Hinzu kommt die Tatsache, dass Deutschland ein „Land der Selbermacher“ ist, wie es die Umzug AG in ihrer Studie beschreibt: Drei Viertel der Bundesbürger wickelten ihren Wohnungswechsel lieber selbst ab oder mit unentgeltlicher Hilfe aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, statt ihn Fachleuten zu überlassen.

Auch von der Geschäftsidee Movus ist Hochgesang nicht überzeugt. „Plattformen wie diese sind in Deutschland ein alter Hut“, sagt der Experte, der den Markt seit zehn Jahren verfolgt. Zudem distanzierten sich immer mehr deutsche Umzugsunternehmen von solchen Webseiten, um unabhängig zu bleiben und nicht dem Preiskampf der Wettbewerber zu verfallen, die sich auf solchen Seiten preislich unterbieten.

Ähnliche Idee, bessere Umsetzung

Viel besser, so Hochgesang, sei die abgespeckte Version dieses Modells, das in Deutschland unter dem Namen Moverscan firmiert. Statt Unternehmen zu vergleichen, richtet sich der „digitale Umzugsberater“ an Kunden, die ihr Umzugsunternehmen bereits gefunden haben und jetzt den weiteren Ablauf planen möchten. Per Handy macht der Kunde dafür Fotos von seinem Hausrat und schickt sie mitsamt einiger kalkulationsrelevanten Angaben, wie etwa die Größe der Wohnung, an das Umzugsunternehmen.

Dank dieser Daten kann die Firma schließlich ein Angebot erstellen, ohne eigene Mitarbeiter rausschicken zu müssen. „Das Unternehmen spart dadurch Zeit und Kosten und kann deshalb auch günstigere Angebote für seine Kunden erstellen“, sagt Hochgesang.

Doch auch hier ist aus Sicht Hochgesangs fraglich, ob sich das Modell langfristig durchsetzen kann. „Der Markt besteht größtenteils aus alteingesessenen Betrieben mit jahrelanger Erfahrung. Da ist nicht viel Platz für neue Ideen.“ Erfolg habe nur, wer ein tolles Geschäftsmodell mit einem ausgereiftem Marketing und kaufmännischem Know-How zu paaren versteht.

Eine Idee dafür hätte er jedenfalls schon: „Eine Gepäck-Drohne, die Umzugskartons und selbst die Waschmaschine bis in den vierten Stock fliegen kann“, sagt er schmunzelnd. „Das wäre tatsächlich eine echte Innovation, die Erfolgschancen hätte.“