Das Start-up will KMU bei der Bewältigung von Finanz- und Verwaltungsaufgaben helfen. Mit einer All-in-One-Lösung wollen sich die Gründer von der Konkurrenz abheben. 

Als Ivan Maryasin und Andrey Korchak vergangenes Jahr Monite an den Start brachten, trieb die beiden ein gemeinsames Ziel: Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) bei ihrem Kampf gegen den Papierkram zu unterstützen. Die Idee zu ihrem Start-up entwickelte Maryasin während seiner früheren Position als Head of Growth bei Penta: „Den finalen Anstoß dazu verliehen mir die vielen Gespräche mit Geschäftsführern kleiner und mittlere Firmen sowie mit Steuerberatern, die sich beschwerten, wie zeitraubend die Finanz-, Buchhaltungs- und Verwaltungsaufgaben in ihren Firmen seien. Gemeinsam mit Andrey Korchak, der vor der Gründung das Tech-Team bei der russischen Bank Toschka  leitete, entwickelte er eine Plattform, die alle Funktionen an einem Ort bündelt: „Mit Monite können KMUs bequem Rechnungen stellen, ihre doppelte oder einfache Buchführung führen, Ausgaben, Mitarbeiterauslagen, Reisekosten, Spesenabrechnungen und alle ihre Geschäftskonten verwalten und alle Dokumente automatisch und geordnet an den Steuerberater senden“, erklärt Maryasin.

Finanzspritze vor dem offiziellen Launch

Für die Weiterentwicklung der Plattform, den Ausbau des Vertriebs und die Erweiterung des siebenköpfigen Teams konnten die beiden Gründer jetzt noch vor dem offiziellen Start der Plattform (aktuell nutzen eigenen Angaben zufolge 30 Beta-Kunden die  SaaS-Lösung) eine Finanzspritze in Höhe von 1,1 Millionen Euro einsammeln. Angeführt wird die Runde von Tomahawk.VC. Mit an Bord sind außerdem signals, InVentures, Runa Capital Ventures sowie prominenten Fintech Angels und Branchenexperten, wie Ralph Müller, dem ehemaligen Vorstand der Postbank Alfred Schorno, ehemaliger Vorstand der Commerzbank.

“Die Digitalisierung des Mittelstands hat aus unserer Sicht gerade erst begonnen“, lässt sich Saskia Sefranek, Director & Co-Lead von signals, zitieren. „Wir denken, dass der Markt für KMU-Tech einen Boom erleben wird. Monite trifft genau den Nerv der Zeit. Denn Monite bedient die Nachfrage nach einer einfach zu bedienenden SaaS-Lösung, die gleich drei Bereiche auf einmal digitalisiert und miteinander verknüpft: Nämlich die vielen oftmals noch analogen und daher fehleranfälligen und zeitaufwendigen Prozesse im Rechnungswesen, in der Finanzbuchhaltung und in der Verwaltung.“ 

All-in-One-Lösung soll Konkurrenz hinter sich lassen

Genau mit diesem zeitgleichen Fokus auf drei unterschiedliche Bereiche wolle sich Monite von der Konkurrenz abheben, so die Maryasin. Zwar gebe es auf dem DACH-Markt eine Reihe von Anbietern, die einen der Bereiche abbildeten, etwa das Buchhaltungs-Start-ups Billomat oder Rydoo für die Bereiche Spesen- und Reisekostenabrechungen, „doch wir sehen diese nicht als Konkurrenz, denn dabei handelt es sich um Stand-alone Lösungen – wir dagegen sind eine Plattform, die es ermöglich alle Tätigkeiten an einem Ort  abzuwickeln.“

Das Investment für Monite fällt in eine Zeit, in der laut einer aktuellen Studie von KPMG die weltweiten Investitionen in Start-ups aus dem Finanzbereich nach einem schwachen ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder deutlich zugelegt haben. Demnach stieg das Volumen aller Venture Capital-, M&A- und Private Equity-Investitionen in Fintechs von 33,4 Milliarden Dollar in der ersten Jahreshälfte mit 71,9 Milliarden Dollar in den letzten sechs Monaten des Jahres auf mehr als das Doppelte. Insgesamt wurden 2,861 Deals mit einem Gesamtvolumen von 105,3 Milliarden Dollar registriert. Alleine in Deutschland erreichten die Venture Capital-Investitionen im Jahr 2020 ein Rekordhoch von 1,2 Milliarden Dollar. Die größte Finanzierungsrunde des Jahres war die Kapitalerhöhung der Smartphone-Bank N26 in Höhe von 580 Millionen Dollar in der ersten Jahreshälfte. An zweiter Stelle folgte die Kapitalerhöhung in Höhe von 83 Millionen Dollar durch den digitalen Versicherungsmanager Clark.