Wie sieht bei Ihnen ein typischer Tag aus?
Ich beginne den Morgen ganz entspannt, arbeite ein bisschen von zu Hause aus und gehe dann ins Büro zum Team. Entweder bleibe ich dort oder gehe noch zu einer Veranstaltung, höre mir Vorträge an und lerne neue Leute kennen.

Welche Erfahrung hat Sie als Gründerin am meisten erstaunt?
Dass ich über mich selbst hinaus gewachsen bin und das vorher nie gedacht hätte. Als Studentin wusste ich nicht, wohin meine Reise gehen wird. Ich habe über die Jahre hinweg ein Selbstbewusstsein entwickelt, das vorher gar nicht da war. Mich hat erstaunt, wie man sich innerlich durch eine Gründung so stark entwickeln kann.

An welchem Zeitpunkt haben Sie gemerkt, dass der Stress dann doch zu viel wurde?
Das war etwa vor einem Jahr. Ich kam aus dem Urlaub zurück und war nicht erholt, sondern völlig fertig. Ich saß im Büro und konnte gar nichts mehr machen. Im Kopf war ich klar, aber mein Körper hatte keine Kraft mehr. Da wurde mir klar, dass ich vielleicht ein paar Warnsignale meines Körpers ignoriert haben könnte.

Was war schwieriger: Die Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht oder etwas zu verändern?
Durch den kompletten Burnout hatte ich gar keine Wahl mehr, ob ich etwas ändere oder nicht. Das war der Punkt, an dem ich auch wirklich etwas geändert habe. Ich habe angefangen zu meditieren und zu lernen, auf meinen Körper zu hören. Danach habe ich dann in kleinen Schritten versucht, andere Dinge zu verändern. Ich habe mir nur das vorgenommen, was ich wirklich schaffen kann, Hilfe angenommen und Aufgaben delegiert und nicht alles selber gemacht.

Wie kann man es schaffen, mehr auf sich selbst und weniger auf den gesellschaftlichen Druck zu hören?
Ich stelle mir immer die Frage: Mache ich das für mich, oder für andere? Denn ich weiß, dass ich nicht glücklich werde, wenn ich es für jemand anderen mache. Wenn ich mein eigenes Ziel genau vor Augen habe, kann ich dem gesellschaftlichen Druck leichter entziehen.