Ein eigenes Crowdfunding-Gesetz als Ziel

Ein weiterer Randaspekt: Die jetzigen Crowdfunding-Ausnahmen im Kleinanlegerschutzgesetz gelten nur für partiarische Darlehen und Nachrangdarlehen, sodass andere Beteiligungsinstrumente, die etwa beim Crowdinvesting genutzt werden, weiterhin beschränkt bleiben. „Damit verzerrt die Bundesregierung den Markt und sorgt dafür, dass es weniger Wettbewerb bei den Plattformen gibt und sich vielleicht gar nicht die besten Beteiligungsinstrumente durchsetzen“, warnt Wenzlaff. Der Crowdsourcing-Verband werde sich jetzt genau ansehen, wie sich das Gesetz auf den Markt auswirkt und der Bundesregierung für die Evaluierungsperiode Feedback geben. Ziel sei es letztendlich aber, ein eigenes Crowdinvesting-Gesetz im Rahmen eines Gründerfördergesetzes oder Venture-Capital-Gesetzes auf die Beine zu bringen.

Auch Seedmatch glaubt, dass eine eigene Gesetzesinitiative, die sich speziell dem Crowdfunding widmet, notwendig ist: „Wichtig wäre es, hier eine vollumfängliche Regulierung zu schaffen, die die Spielregeln für Crowdfunding in Gänze definiert“, so Drotbohm. Aber mit der letzten diskutierten Version des Kleinanlegerschutzgesetzes sei zumindest der Weg offen für die nächsten Schritte.

Erst einmal heißt es jetzt also Verabschiedung des Kleinanlegerschutzgesetzes – nach dem Bundestag dann im Juni im Bundesrat. Bis Ende 2016 wird dann die Wirkung geprüft und gegebenenfalls einzelne Regelungen verändert, aber bis dahin hätte die Crowdfunding-Branche eben eigentlich gerne ihr eigenes Gesetz.