Konkret betreffen die Veränderungen im neuen Entwurf des Kleinanlegerschutzgesetzes genau die Knackpunkte, die der Crowdfunding- und Start-up-Branche übel aufstießen: die Prospektpflicht, die Beteiligungsbegrenzung, die Werbebeschränkungen und das Vermögensanlage-Informationsblatt.

Ein großer Schritt für Investoren: Im Ursprungsentwurf sollten Beteiligungen dahingehend beschränkt werden, dass Investoren pro Kampagne maximal 10.000 Euro hätten einbringen können. Das wurde nun gekippt: Wer professionell investiert, soll das bei Crowdfunding-Projekten nach den jetzigen Plänen in unbegrenzter Höhe können.

Befreit vom Prospekt

Die sogenannte Prospektpflicht sollte ursprünglich ab einer Summe von einer Millionen Euro greifen. Bei höheren Beiträgen hätten Kampagnen-Starter beim Crowdinvesting einen Vermögensanlageprospekt erstellen müssen. Das wäre insbesondere ein Problem für Tech-Startups geworden, die schnell solche Summen überschreiten. Denn der Prospekt muss mit Hilfe eines Anwalts erstellt und mit der BaFin abgestimmt werden. Dauer: drei bis vier Monate. Kostenpunkt: rund 20.000 Euro. Für Start-ups quasi nicht umsetzbar. In der neuen Version des Kleinanlegerschutzgesetzes soll diese Grenze speziell für Schwarmfinanzierungen im Internet nun bei 2,5 Millionen Euro. „Die Anhebung der Summen für eine Prospektpflicht wird vor allem aufstrebenden Unternehmen helfen“, schreibt die Crowdinvesting-Plattform DMI Deutsche Mikroinvest in einer Stellungnahme gegenüber WiWo Gründer.

Für den Crowdsourcing-Verband geht das aber noch immer nicht weit genug: „Wir würden uns wünschen, dass die Bundesregierung nochmal einen erneuten Anlauf nimmt und ein Gesetz auf den Weg bringt, das ähnlich wie in Großbritannien oder Österreich eine Ausnahme von der Prospektpflicht bis fünf Millionen Euro für alle Crowdfunding-Plattformen vorsieht“, so Wenzlaff.