Jacqueline Torres überraschte die Löwen mit ihrem neuartigen Duschschaum. Am Ende buhlten alle um die Gründerin – doch nur zwei bekamen den Zuschlag. 

Dass ein Duschschaum die Löwen in einen wahren Bieter-Wettstreit versetzen würde, damit hätte zu Beginn der heutigen Folge wohl niemand gerechnet. Die ehemalige Pharmareferentin Jacqueline Torres Martinez verblüffte die Löwen mit einem Mittel gegen Erkältungen, einer von ihr entwickelten Mischung aus Eukalyptus, Menthol, Avocado- und Mandelöl. Zwar war ihr Produkt noch nicht auf dem Markt, doch die potentiellen Investoren sahen großes Potential – und wollten der Gründerin nur allzu gerne die geforderten 75.000 Euro zustecken. Warum sich Jacqueline Torres am Ende für das Duo Dümmel/Maschmeyer entschied, wie die beiden sie durch den Corona-Lockdown begleitet haben und was das alles mit ihrer Oma zu tun hat, erzählt die 38-Jährige im Interview.

Frau Torres, Sie konnten bei Ihrem Auftritt alle Löwen überzeugen. Waren Sie überrascht von dem enormen Zuspruch?
Ich hatte zwar nicht damit gerechnet alle Löwen auf meine Seite zu ziehen, aber tatsächlich war ich sicher zumindest einen Löwen von meinem Produkt überzeugen zu können. Ehrlich gesagt wäre ich auch ohne Deal nicht wieder gegangen (lacht). Im Ernst: Ich habe ein tolles Produkt und die Bewertung war auch nicht überhöht – wie hätten die Löwen da nein sagen können?

In der Tat war Ihre Bewertung im Vergleich zu der vieler anderer Start-ups, die bereits dabei waren, recht niedrig. 
Ich habe die Show in den letzten Jahren sehr genau verfolgt und dabei häufig gesehen, wie Gründer trotz einer sehr guten Idee abgelehnt wurden – einfach, weil die Löwen die übertriebene Bewertung des Unternehmens kritisierten. Das wollte ich nicht riskieren. 

Haben Sie sich im Nachhinein nicht geärgert, dass Sie tief gestapelt haben?
Ich zitiere an dieser Stelle gerne meine Oma, die immer gesagt hat „Gier frisst Gehirn“ – das hat sich mir schon seit Kindertagen eingebläut. Natürlich glaube ich an mein Produkt, aber ich wusste auch, dass ich Hilfe brauche, um es groß zu machen – zumal ich mit meinem Start-up ja zum Zeitpunkt des Pitches noch ganz am Anfang stand. Ich finde, ich habe alles richtig gemacht. 

War Ihnen von Anfang an klar, dass Sie sich für Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer entscheiden werden?
Nein, gar nicht. Das war eine Momententscheidung – aus dem Bauch heraus. Ich fand auch, dass Nils Glagau dank seines enormen Apotheken-Netzwerks ein toller Partner gewesen wäre, oder Judith Williams mit ihrem Verbindungen auf dem Beauty-Sektor. Aber ich habe mich richtig entschieden. Das haben die letzten Monate gezeigt.

Was war los?
Mein Pitch wurde ja aufgezeichnet, bevor wir alle von der Corona-Pandemie überrascht wurden. Durch den Lockdown wurde ich zunächst aus der Bahn geworfen. Plötzlich saß ich wie so viele andere Berufstätige im Homeoffice mit zwei Kindern im Alter von acht und zwei Jahren und jonglierte zwischen Privatleben und Job. Da hingen die Rohstoffe für unseren Schaum an der Grenze in den LKWs fest und die Zulieferer hatten ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, so dass beispielsweise die Kappen unserer Flaschen nicht hergestellt werden konnten. 

Wie haben Ihnen die beiden Investoren geholfen?
Mit ihrer Ruhe, ihrer Erfahrung und ihrem Zuspruch. Und mit pragmatischen Tipps wie der Suche nach potentiellen alternativen Herstellern, falls jemand coronabedingt ausgefallen wäre. Alleine wäre ich da durchgedreht. 

Wie sieht es heute für MeDusch aus?
Mit der Ausstrahlung heute Abend haben wir den offiziellen Launch getätigt und ab heute gibt es MeDusch nicht nur in unserem Online-Shop und bei Amazon, sondern auch in rund 10.000 Filialen von Drogerien und Supermarkt-Ketten in Deutschland. 

Aus MediDusch wurde MeDusch – warum?
Einmal, weil der neue Name leichter auf der Zunge liegt, aber auch, weil wir fanden, dass es an den Begriff ´Me-Time´ erinnert und das soll die Nutzung unseres Schaums ja auch sein. Duschen soll nicht nur eine notwendige, gar lästige Sache sein, sondern ein Genuss, ein Wohlfühl-Moment im hektischen Alltag.

Frau Torres, Sie waren sieben Jahre lang bei der gleichen Firma angestellt. Hatten Sie nie Angst vor dem Sprung in die Selbstständigkeit?
Angst? Nein. Sicherlich gab es Momente der Unsicherheit, vor allem, wenn ich aus dem Umfeld wieder mal hörte, dass ich verrückt sei und wie man das seiner Familie zumuten könnte. Aber ich hatte das Glück, dass mein Mann meine Idee von Anfang an befürwortet und mich immer unterstützt hat, denn natürlich ist eine Gründung am Anfang ein gewisses finanzielles Risiko für alle Beteiligten.

Wo sehen Sie MeDusch in zwei Jahren?
Dann haben wir sicherlich neben den bisher existierenden Sorten des Duschschaums noch weitere Varianten entwickelt und es gibt uns außer in Deutschland auch in der Schweiz und in Österreich. Eine weitere Internationalisierung wäre auch toll, aber ich gehe das langsam an – und denke dabei bei jedem nächsten Schritt immer an meine Oma.