Dafür sorgten auch die Gäste. So zum Beispiel der Initiator der Berliner „Fuckup Nights“, Ralf Kemmer. Und eben auch Impact-Hub-Gründer Reiner, dessen Geschichte ebenfalls perfekt auf das Podium passte. Denn als einmal die Räume eingerichtet waren, verstanden auch die Investoren, was er ihnen eigentlich verkaufen wollte: „Nach sechs Wochen hatten wir 100.000 Euro eingesammelt“, sagt Reiner. Genau das Geld, das ihm vorher niemand geben wollte. Sein Marketinghebel: der Prototyp des Impact Hubs.

„Menschen investieren nicht in Ideen, sondern in Dinge, die funktionieren“, sagt auch Alexander Wolf. Er ist Gründer des auf Netzwerken fokussierten Dictyonomie Instituts. Die Idee muss seiner Meinung nach aber auch als Geschichte taugen.

Um seinen Punkt zu verdeutlichen, fragt Wolf ins Publikum, wer eine Idee habe und sie in einem Satz formulieren könne. Ein Gründer hebt die Hand und berichtet, dass er mit seinem Start-up Kommunen hilft, 80 Prozent Strom zu sparen. Wolf: „Wenn ich jetzt jemanden treffe, kann ich ihm erzählen: Ich habe da einen Gründer getroffen, der hilft Kommunen beim Stromsparen.“ Es ist Marketing im Kleinen, auf der persönlichen Ebene, das auf diesem Panel angepriesen wird.

Was Gründer von den ersten zehn Kunden lernen

Und es ist der Nutzer, nicht das Geld, der im Fokus steht. Moderator Holger Zumholz bringt es auf folgende Formel: „Wer sind deine ersten zehn Kunden?“ Das sei die wichtigste Frage, die sich ein Entrepreneur stellen müsse. „Es ist ein häufiges Phänomen, dass Gründer bei der Planung sagen: Es wäre sinnvoll, das so und so zu machen“, sagt der Professor der Design Akademie. Doch der Konjunktiv ist eben immer Spekulation.

Die Lösung: Der Gründer muss mit dem Kunden reden. Wer eine Kindertagesstätte gründen will, der muss mit Müttern und Vätern sprechen. Erst einmal zehn Kunden finden, ihre Bedürfnisse herausfinden, nach den eigenen Fehlern suchen, dann könne man die nächsten 100 Kunden in den Fokus nehmen, so Zumholz.