Das Geschäftsmodell entstand aus der Not heraus. Wie viele andere Wohnungssuchende auch waren die Gründer Raymond Naseem und Sebastian Melchert auf der Suche nach einer neuen Bleibe – und verzweifelten daran. „Wir sind in Berlin aufgewachsen und haben die Entwicklung des Berliner Wohnungsmarktes hautnah mitbekommen“, sagt Mitgründer Naseem. Früher sei es kein Problem gewesen, in Neukölln eine Dachgeschoss-Wohnung mit zwei Terrassen für wenig Geld zu finden. „Heute aber sind die Wohnungen doppelt so teuer, man sucht ewig und steht dann noch auf Wartelisten oder muss zu Massenbesichtigungen gehen.“

Statt die Hoffnung aufzugeben, packten sie ihr Schicksal beim Schopf und gründeten ganz einfach selbst eine Wohnungsvermittlung. Ihr Versprechen: Einfacher, effizienter, globaler und preisgünstiger sein als reguläre Makler. Für Wohnungssuchende ist das Angebot daher vollkommen kostenlos. Nur der Vermieter zahlt nach erfolgreicher Vermittlung eine Servicegebühr, die sich nach der Nettokaltmiete oder dem Verkaufspreis des Objekts richtet.

Wohnung dank Auktion

Auch Smoove möchte seinerseits den Mietmarkt erobern – mit einem ungewöhnlichen Prinzip. Das 2014 von Michael Scheiblich, Alexander Kanellopoulos und Kai Puls gegründete Berliner Start-up ist die nach eigenen Angaben „weltweit erste Online-Auktionsplattform für Mietimmobilien“ und bietet sogar den „ersten Online-Mietvertrag“ an.

Das Prinzip dahinter sei ganz einfach, verspricht Mitgründer Kanellopoulos. In Online-Auktionen geben Mietinteressenten nach Registrierung und dem Nachweis der Bonität ihr individuelles Höchstangebot auf eine Mietwohnung ab und bestimmen so die aus ihrer Sicht passende Miete für das gewünschte Objekt.

Der Vermieter seinerseits stellt zuvor seine zu vermietende Wohnung inklusive Exposé und umfangreichen Bildmaterial online und legt fest, welches Bonitätslevel er sich von seinem künftigen Mieter wünscht. Nach Auktionsende kann sich der Vermieter unter den bietenden Mietern für den aus seiner Sicht passenden entscheiden.