Gab es in der Zeit der Neuausrichtung Momente, in denen Sie das Gefühl hatten, gescheitert zu sein oder sich unsicher waren, ob es sich lohnt, weiterzumachen?
Ehrlich gesagt nicht. Der lange Atem, den man bei der Zusammenarbeit mit Städten haben muss, der macht einen nur stärker. Daraus kann man nur wachsen, daraus entstehen neue Ideen. Der Markt bestimmt die Strategie, nicht das Produkt. Man skaliert sich mit dem Markt. Von daher bietet der Markt auch die Lösung an. Darum hat es dann auch nicht lange gedauert bis zu unserem aktuellen Franchise-System. Und es macht jetzt Riesenspaß, weil wir stetig wachsen. Was lange gedauert hat, war die Namensfindung. Das war ein großes Problem.

Wie haben Sie ihn letztlich gefunden?
Der ist zufällig entstanden. Wir haben eine Anleitung für unsere Push Notification geschrieben. Michael Fritzsch hatte dann plötzlich die Idee: Wir nennen uns Lokalpioniere. Hier kann ich also leider keine Wundertechniken weitergeben, wie man den perfekten Namen findet. Vorher hatten wir sehr lange gesucht und uns war nichts eingefallen. Wir wollten auf jeden Fall einen deutschen Namen, weil wir zuerst den DACH-Markt mitnehmen möchten.

Sie haben – anders als ursprünglich geplant – nicht mehr nur kleinere Städte im Visier. Wie kam es zum Strategiewechsel?
Es haben sich Franchiseinteressierte aus größeren Städten gemeldet. Hier haben wir uns wieder an den Markt angepasst, der uns gezeigt hat, dass auch Großstädte mit unserem System versorgt werden können. Daher rollen wir demnächst in Stuttgart und Leipzig aus. Hamburg-Altona ist bereits dabei. Vielleicht gliedern wir es nach Stadtteilen, um den Charme zu bewahren. Die Leute kaufen ja viel im eigenen Kiez, wo sie alles bekommen.

Die App vereint verschiedene Funktionen, hat sich durch den Strategiewechsel etwas an der inhaltlichen Positionierung etwas verändert?
Durch unser Rollout in Hamburg-Altona, wo sehr technikaffine Nutzer unterwegs sind, die viele aufwändige Apps kennen, haben wir gelernt, dass wir mit Funktionalitäten nachrüsten müssen. Jetzt haben wir den „Hamburg-Altona Vorteil“, „Mein Rheda-Wiedenbrück“ etc., wo jedes Geschäft einen kleinen Benefit in der App anbieten kann. Das muss nichts Großes sein, das kann ein Cappuccino oder ein kleiner Rabatt sein.