Aufgabe des Franchiseunternehmers ist es, Einzelhändler zu akquirieren und vor allem Nutzer für App und Online-Plattform zu gewinnen. In welchem Maß wird Lokapioniere dann am Umsatz beteiligt?
Die Umsatzbeteiligung liegt bei 20 bis 30 Prozent. Die fließen in die Weiterentwicklung des Konzepts. Es kommen immer neue Mobilgeräte auf den Markt und wir passen die nativen Apps an den Stand der Technik an, wir entwickeln neue Features und rollen Systemupdates aus, von denen unsere Lizenznehmer profitieren. Die Lizenznehmer etablieren lokale Marken um den lokalen Handel wieder zum Trend zu erklären.

Auf der anderen Seite: Wie sind für den Franchisenehmer die Umsatzperspektiven?
Im ersten Jahr läuft das Community- und Brandbuilding an. Im zweiten Jahr muss fortlaufend gut gearbeitet werden. Bei der relativ schnell gewonnenen Marktsicherheit bestehen sehr gute Chancen, dass Händler und Unternehmen vor Ort auch automatisch an Bord kommen und für gute Umsätze sorgen.

Machen wir einen Sprung zurück. Sie haben selbst erfahren, dass die Umsetzung einer solchen Marketingidee mit Städten einen langen Atem braucht. Ursprünglich war genau das Ihre Idee: Die Städte von der App für den Einzelhandel zu überzeugen.
Wir wollten mit den City Managern des Stadtmarketings zusammenarbeiten, aber es hat sich gezeigt, dass der Prozess sehr langwierig sein kann. Entscheidungen müssen durch verschiedene Instanzen gehen, sind teilweise von Bürgermeisterwahlen abhängig, müssen genehmigt werden. Daher haben wir uns entschieden, das System unternehmerisch anzubieten.

Wie lange haben Sie den ursprünglichen Ansatz verfolgt? Wann wussten Sie, dass Sie korrigieren müssen?
Wir waren ungefähr ein Jahr lang als Bürgermeister digitales Stadtmarketing am Markt. Das Umdenken kam dann aber sehr schnell. Wir hatten zwei Pilotprojekte in Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh. Wir wussten also, dass das Konzept funktioniert. Und dann haben wir uns gefragt: Haben wir als Startup die Zeit uns auf solche langsamen Entscheidungswege einzulassen? Und da sind wir schnell zu der Antwort gekommen: Nein. Wir wollen expandieren und wachsen. Und den Markt als Pioniere erobern.