Andreas Kitzing hatte keine Agentur als Rückendeckung und auch keine Erfahrung als Selbstständiger, als er im Juli 2007 sein erstes Start-up Collegefriends gründete, ein soziales Netzwerk für Ungarn,  lange bevor Facebook in dem osteuropäischen Land Einzug erhielt. Ein dreiviertel Jahr lang hatte der Student jede Woche 80 Stunden in das Projekt gesteckt, brachte sich selbst das Programmieren bei. Mitten im Semester flog er für drei Wochen nach Ungarn, um Kontakte zu knüpfen und vor Ort weiter zu arbeiten.

„Ich war total überzeugt von der Idee, die war auch gut. Ich hatte nur absolut keine Ahnung, wie man so eine Gründung angeht“, sagt Kitzing heute. Statt schnell einen Prototypen online zu stellen, verliert sich der Student in Details. Selber Programmieren lernen klappt nicht, aber für professionelle Hilfe fehlt das Geld. Ein Investor meldet sich, aber Kitzing sagt ab. Er will es alleine schaffen. Nach der Rückkehr aus Ungarn fällt er mit einer Ausnahme durch alle Klausuren. Und das Projekt ist auch tot.

Warum Gründer scheitern, ist so unterschiedlich wie die Wege zum Erfolg. Was gescheiterte Gründer verbindet, ist die Art, wie sie mit Misserfolgen umgehen. Es gibt nur zwei Typen: die, die aufgeben und die, die weitermachen.

Wie man den Umgang mit Rückschlägen trainiert

Kitzing hat im vergangenen Jahr erneut ein Unternehmen gegründet. Auch Abdolazimi ist 2015 mit einer neuen Firma an den Start gegangen. Holler und Plötz haben ihre Werbeagentur vor drei Jahren aufgegeben, um sich ihrem neuen Projekt zu widmen, einem Getränke-Start-up. Auch bei der Hackerbrause Leetmate ist es nicht immer einfach, doch wie sehr Holler hinter dem Unternehmen steht, zeigt auch die dramatische Geschichte seiner Krebserkrankung, die er kürzlich gerade öffentlich gemacht hat.

Woran liegt es, dass einige Gründer so viel besser mit dem Scheitern zurecht kommen als andere? Resilienz nennen Psychologen die Widerstandskraft der Seele, die Menschen Rückschläge und Niederlagen scheinbar unversehrt überstehen lässt. Es wurde bereits in vielen Studien wissenschaftlich  gezeigt, dass einige Menschen Traumata oder einschneidende Erlebnisse besser verarbeiten als andere. Zum Teil ist diese Stärke angeboren. „Aber man kann sie auch trainieren“, sagt Nicole Willnow, Gründerin und Geschäftsführerin der Gesellschaft für Resilienz in Hamburg.