Dafür schrieben sie rund ein Jahr an einem Businessplan und entwickelten das kleine Programm. Viel zu spät merkten sie, dass die Idee nicht den Bedürfnissen der Kunden und dem Bedarf am Markt entsprach. „Mit der Methode Lean Start-up hätten wir uns viel Zeit sparen können“, sagt Barbarski heute und rät Gründern deshalb: „Nicht zu lange planen und Konzepte entwickeln, sondern direkt einen Prototypen erstellen und mit fünf Leuten das Produkt testen.“ Denn nur so werde klar: „Was sind die Bedürfnisse und Probleme der Kunden – und wird die Lösung angenommen?“

Für ihn ist Lean Start-up ein systematischer Prozess, bei dem die Geschäftsidee am Markt und nicht „im stillen Kämmerlein“ entwickelt wird. „Vor allem wenn Unsicherheit herrscht. Zum Beispiel wenn man eine Idee hat, die es so noch nicht gibt, ist das besonders relevant“, sagt Barbarski. Denn hier liege der Unterschied zwischen einem Unternehmen und einem Start-up. „Ein etabliertes Unternehmen kennt seine Kunden und ihre Bedürfnisse“, sagt er. Sie würden ihr Angebot nur immer weiter verbessern und spezialisieren. Start-ups müssten den Bedarf und die Bedürfnisse ihrer Kunden aber erst entdecken und könnten sich deshalb auch nur begrenzt auf die Methoden von Unternehmen stützen. „90 Prozent der Start-ups scheitern, weil sie schlicht am Kunden vorbei entwickeln“, sagt Barbarski. Neue Geschäftsmodelle müssten vorsichtig erprobt werden. „Denn nur durch Experimente und Erfahrungen am Markt wird klar, ob das Produkt und das dazugehörige Geschäftsmodell funktioniert.“

Das nehmen Nau und seine Mitgründer beim Treffen in Stuttgart auch mit. An ihrer Uni haben sie bisher nur wenig Unterstützung bei der praktischen Umsetzung ihrer Gründung erhalten. Nun wollen sie mit Lean Start-up testen, ob ihre App am Markt gebraucht wird. Derzeit nehmen sie dafür auch an dem Elevator Pitch Baden-Württemberg teil. Hier erfahren sie zum ersten Mal, ob ihre Idee den Markt wirklich interessiert.