Bleche bearbeiten für die Industrie: Ein Stuttgarter Start-up hilft Maschinenbauern, effizienter an Bauteile zu kommen. Jetzt investieren namhafte Risikokapitalgeber.

Eine digitale Plattform, die 620 Tonnen bewegt: Auf dieses Gewicht summieren sich nach eigenen Angaben die Blechbauteile, die über Laserhub bestellt wurden. Das Stuttgarter Start-up verarbeitet Aufträge für die Blechbearbeitung – häufig Kleinserien oder Prototypen – und leitet sie an entsprechende Produktionsbetriebe weiter.

Jetzt hat das Mitte 2017 gegründete Unternehmen eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Nach Informationen von WirtschaftsWoche Gründer fließt ein mittlerer siebenstelliger Betrag an Laserhub. Das Geld stammt zum einen von den Bestandsinvestoren, dazu gehören der Risikokapitalgeber Point  Nine Capital und private Geldgeber. Neu dazu kommt der Berliner Investor Project A.

Marktplatz statt Fax-Austausch

Der verantwortliche Partner Uwe Horstmann sieht in Laserhub den erfolgreichen Aufbau eines wichtigen Marktplatzes für einen Bereich der Industrie, der lange Jahre frei von Innovationen blieb: „Die produzierende Industrie ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und Blechbearbeitung ist ein sehr großer und fragmentierter Markt, in dem die Kommunikation immer noch über E-Mail und Fax abläuft.”

Über die Plattform können Maschinen- oder Anlagenbauer Konstruktionsdateien hochladen – und erhalten dann ein Angebot samt Zeitplan und Preis für die zuzuschneidenden Teile. Laserhub greift im Hintergrund auf ein Netzwerk von Produktionspartnern zurück, die mit den einzelnen Aufträgen ihre eigene Auslastung verbessern können. 80 Laser- und 150 Biegemaschinen sind auf der Plattform gelistet.

Expansion in europäische Nachbarländer

„Wir haben bisher weit mehr Bauteile ausgeliefert als wir in unsere Planung erhofft hatten”, lässt sich Co-Gründer Jonas Schweizer in einer aktuellen Pressemeldung zitieren. „Ziel ist es nun dieses Wachstum weiter zu beschleunigen. Dazu werden wir unser Angebot auf europäische Nachbarländer ausweiten sowie neue Services anbieten und die entsprechenden Partner in Boot holen.”

Mit Marktplatzmodellen für die Industrie probieren sich einige Start-ups aus. 3Yourmind aus Berlin war etwa als Mittler zwischen Firmen und 3D-Druckern gestartet, setzt mittlerweile aber vor allem  auf den Vetrieb der passenden Software. Beim Verarbeiten und Vernetzen von Maschinendaten arbeiten sich Start-ups wie Juconn oder Connyun voran.