Mit der Analyse von Sensordaten hat sich Konux einen Namen bei Eisenbahnunternehmen gemacht. Die Verbindung nach China soll nun ausgebaut werden.

Die Zeichen stehen auf Wachstum: Mit einer Analytik-Software für Sensordaten hat sich Konux Eisenbahnunternehmen einen Namen gemacht. So setzt die Deutsche Bahn auf die Technologie, um den Zustand von Weichen zu überwachen und bei Bedarf rechtzeitig Wartungstrupps losschicken zu können. Auch die schwedische Bahn nutzte schon Sensoren des Start-ups. Zuletzt machten die Münchener zudem mit der Erweiterung seiner Führungsmannschaft um hochkarätige Manager von sich reden.

Die Investoren-Plattform Tech Tours sieht Konux angesichts des großen Marktpotenzials bereits auf dem Weg zum Einhorn. Tatsächlich dürften die Münchener der Unternehmensbewertung von einer Milliarde Dollar gerade noch einen Schritt näher gekommen sein. Denn die eigentlich schon im April 2018 abgeschlossene Series-B-Finanzierungsrunde ist nun noch um 13 Millionen Dollar aufgestockt worden. Damit haben die Gründer um CEO Andreas Kunze seit der Gründung 2014 insgesamt 33 Millionen Dollar – knapp 30 Millionen Euro – Wagniskapital erhalten.

China als „Schlüsselmarkt“

Das frische Kapital kommt außer von Bestandsinvestoren von Alibaba. Der chinesische Amazon-Konkurrent scheint verstärkt ein Auge auf deutsche Tech-Unternehmen zu werfen. Anfang des Jahres erst hatte Alibaba das auf Datenverarbeitung spezialisierte Berliner Start-up Data Artisans übernommen.

Konux könnte der neue Investor helfen, die internationale Expansion zu beschleunigen – und in Asien Fuß zu fassen. „China ist der größte und am schnellsten wachsende Eisenbahnmarkt der Welt und damit auch für uns ein Schlüsselmarkt“, betont Kunze. Verstärken will sich das Unternehmen aber auch in Deutschland – für den Firmensitz in München sind derzeit zahlreiche Stellen ausgeschrieben.

Ein anderes deutsches Start-up, das auf Sensoren und deren Auswertung spezialisiert ist, ist Relayr. Die Berliner sind im September bei der Munich Re untergeschlüpft, treten aber seit der Übernahme weiterhin als eigenständiges Unternehmen auf. Ähnlich wie Konux sollen Messwerte für die vorausschauende Wartung genutzt werden – im Fokus stehen aber Maschinen von Industrieunternehmen.