Unsere zweite Theorie ist, dass Gründer generell zufriedener in ihrer Position sind und diese nicht in Frage stellen. Die Schlüsselposition, die der Founder im Unternehmen hat, ist einzigartig und selten ersetzbar. Als Gründer muss man sich die Anerkennung seiner Vorgesetzten und Kollegen anders erarbeiten, denn am Ende des Tages identifiziert man sich mit dem Unternehmen – man hat es ja schließlich ins Leben gerufen und aufgebaut.

Vielleicht haben Gründer auch ein anderes Verständnis von Verantwortung. Gegenüber Kunden und gegenüber Mitarbeitern. Ist es die Vorbildrolle Letzteren gegenüber? Oder ist es die Tatsache, dass meist nur der Gründer die Abhängigkeit zum Kunden komplett durchschaut?

Ein Komplettausfall ist keine Option

Ich glaube, es ist eine Mischung aus allem, was dazu führt, dass Selbstständige bzw. Gründer maximal „semi-krank“ werden. Man bleibt vielleicht nur einen Vormittag zu Hause und schläft sich aus. Vielleicht geht man auch mal einen Nachmittag früher nach Hause. Aber ein kompletter Ausfall ist keine Option. Vermutlich ist die Hemmschwelle einfach höher eine Krankheit zu empfinden. Sollte also Proctor & Gamble seinen Werbespot für Wick DuoGrippal neu auflegen und das Role Model ändern wollen, könnte der Pharmakonzern durchaus das Motto „Mütter nehmen sich nicht frei – Mütter nehmen Wick DuoGrippal“ auch auf Gründer anwenden.