Zwar hatte Annes Firma die Währungsschwankung im vergangenem Jahr stärker getroffen, als meine, aber wir verstanden den Umzug in unser gemeinsames Büro und die gemeinsame Messestrategie als Signal ihres Gesellschafters weiter zu investieren. Es sollte nach der Verkündigung der Schwangerschaft anders kommen.

Für mich war in diesem Moment klar, dass ich Anne für Joventour gewinnen muss und bot ihr eine Stelle an, wohl wissend, dass meine Entscheidung ein Risiko für die Firma ist. Inzwischen denke ich allerdings, dass eine Schwangerschaft zu den wohl am planbarsten Abwesenheiten eines Arbeitnehmers gehört. Ich hatte fast vier Monate Zeit mich auf diese Situation einzustellen und habe es auch getan. Trotzdem kann ich absolut nicht vorhersagen, was in den kommenden Jahren passieren wird.

Mehr Mut zeigen

Obwohl ich versuche, offen der neuen Situation gegenüber zu sein, gibt es allerdings eine Sache, die ich als Mutter-Arbeitgeberin einfordere: beide Jobs, also der, der Mutter, wie auch der des Vaters sollen als gleichwertig angesehen werden. Ich, als Arbeitgeberin der Mutter, brauche ihre Arbeitskraft genauso, wie der Arbeitgeber des Vaters seine braucht. Unabhängig von Höhe des Lohns oder den vertraglichen Stunden. Sollte das gemeinsame Kind der Grund eines Arbeitsausfalles sein, dann fordere ich, dass sich die junge Eltern diesen aufteilen, denn ich, als Arbeitgeberin der Mutter und junges Start-ups, sehe es nicht ein, die Auswirkungen alleine zu tragen.

Vielleicht kommt die Verkündigung einer Schwangerschaft, von einer Mitarbeiterin in einer Schlüsselposition, so manchem Arbeitgeber als Weltuntergang vor. Schlussendlich denke ich aber, wir sollten uns dem Gegenteil bewusst werden, nämlich dass die Welt ganz sicher sich irgendwann aufhören wird zu drehen, wenn es sie nicht gibt: die Mütter.

* Name geändert