Vorstrafen: Die Erkundigung nach Vorstrafen im Bundeszentralregister ist nur dann zulässig, sofern dies die auszuübende Tätigkeit maßgeblich tangiert. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Bewerber für den Kassenbereich oder die Buchhaltung nach Vorstrafen aus dem Bereich der Vermögensdelikte (Diebstahl, Betrug, Unterschlagung) gefragt wird. Ähnliches gilt im Sicherheitsgewerbe, wenn nach Körperverletzungsdelikten gefragt wird. Die Vorstrafe ist jedoch nur dann vom Bewerber anzugeben, sofern diese noch nicht getilgt wurde (§ 46 BZRG) und in das polizeiliche Führungszeugnis aufgenommen werden muss (§ 32 Abs. 2 BZRG).

Auch Fragen nach einem anhängigen Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft können erlaubt sein, sofern dies die Eignung des jeweiligen Bewerbers beeinträchtigen könnte. So hat beispielsweise ein Bewerber für eine Stelle als Vermögensberater kein schutzwürdiges Interesse, wenn gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue im Rahmen seiner vorherigen Beschäftigung läuft. Der Bewerber muss Fragen nach Ermittlungsverfahren aus diesem Bereich dann wahrheitsgemäß beantworten.

Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen: Die Frage nach der Zugehörigkeit zu einer Religion, einer Glaubensgemeinschaft oder einer Gewerkschaft ist grundsätzlich für die jeweilige Tätigkeitsausübung irrelevant und damit unzulässig. Etwas anderes gilt, bei Tendenzbetrieben und kirchlichen Trägern. Nach der Einstellung sind derartige Fragen gestattet, sofern diese Angaben beispielsweise für die Lohnabrechnung (z.B. Kirchensteuer) benötigt werden. Auch die Rasse, die ethnische Herkunft oder die sexuelle Identität darf im Hinblick auf eine Diskriminierung nach AGG nicht zum Gegenstand des Bewerbungsgespräches gemacht werden.

Fazit: Der Arbeitgeber sollte sich im Bewerbungsgespräch stets fragen, ob er die Auskunft vom Bewerber wirklich benötigt, um zu überprüfen, ob der Arbeitnehmer für die vorgesehene Tätigkeit geeignet ist oder nicht. Fehlt ein solcher Bezug hat der Bewerber die Möglichkeit, derartige (unzulässige) Fragen ohne nachteilige Konsequenzen wahrheitswidrig zu beantworten.