Ebenfalls auf Ressourceneffizienz setzt das deutsche Start-up OEEX. Die gleichnamige App – OEEX steht für Open Energy Exchange – zeigt an, wie viel grüner Strom gerade in der Nachbarschaft produziert wird – und eventuell ungenutzt bleibt. Wenn die Sonne also gerade auf Nachbars Solaranlagen prallt und einen Stromüberschuss produziert, schaltet die App selbstständig bestimmte Haushaltsgeräte ein.

Eine neue Art von Nachbarschaftshilfe

So wird der Anteil erneuerbarer Energien im eigenen Stromverbrauch Schritt für Schritt höher – und der Bedarf an fossilen Energieträgern Schritt für Schritt kleiner. Eine ganz neue Art der Nachbarschaftshilfe.

Prosumergy aus Kassel liefert Mietern in Mehrparteienhäusern Solarstrom vom eigenen Dach. Und ganz spielerisch sieht Energieeffizienz bei Enffi aus. Das Berliner Jungunternehmen hat eine App entwickelt, dank der man die eigene Energieeffizienz mit der von Freunden vergleichen kann. Auch das Sparpotenzial zeigt die App. Über eine Spielfigur kann man sich dann Ziele setzen und Freunde herausfordern: die Energiewende für die Hosentasche.

Andere Start-ups setzen auf intelligente Speichersysteme. Die Firma Sonnen aus dem Allgäu hat ein Batteriespeichersystem entwickelt, mit dem jeder Hausbesitzer überschüssigen Solarstrom speichern und dann wieder abzurufen kann, wenn er benötigt wird. Der Clou bei Sonnen: In der firmeneigenen Community sind Sonnen-Kunden, die Strom selbst produzieren, miteinander verbunden. So können sie überschüssigen Strom auf einer virtuellen Plattform zur Verfügung stellen.

Dezentraler Austausch, der allen offen steht

Wer gerade schlechtes Wetter hat, bedient sich im Pool – bei wem die Sonne scheint, der versorgt den Pool. Dank der Community-Lösung können sich Sonnen-Kunden so vom Energieversorger komplett unabhängig machen.

Die Geschäfte von Nachbar zu Nachbar und von Community-Mitglied zu Community-Mitglied könnten dank der Blockchain-Technologie bald den Energiemarkt revolutionieren. Sie erlaubt, dass Solaranlagen, Speicher und Geräte selbst untereinander den Strom austauschen und abrechnen. An die Stelle eines zentralen Dirigenten des Systems tritt ein dezentraler Austausch, der allen offen steht. Die klassische Stromrechnung könnte so etwas niemals abbilden, die Blockchain schon. So soll die extrem komplexe Bilanzierung und Abrechnung irgendwann durch die Anlagen selbst übernommen werden und trotzdem noch für jedermann nachvollziehbar sein.