Die Crowdinvesting-Plattform will einer Pleiten-Serie also durch so etwas wie einen TÜV entgehen, also einer Qualitäts- und Tauglichkeitsprüfung im Vorfeld der Finanzierungsrunde. Das ist prinzipiell keine schlechte Idee, weil auch Kleinanleger somit in Projekte investieren können, die von Profis als erfolgversprechend geadelt wurden.

Das mag für einige interessant und verlockend sein.Vermutlich ist das große Geschäft, wie es für professionelle Investoren im Vordergrund steht, aber in erster Linie gar nicht relevant. Für Kleinanleger, die einen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Betrag in den Topf werfen, spielen die Erfolgsaussichten sicherlich in vielen Fällen keine allzu große Rolle – wie gesagt: nicht immer, aber oft. Stattdessen zählen für sie viel mehr die Sympathie für das Start-up und die Begeisterung für das Produkt.

Kleinanleger beteiligen sich an Crowdinvesting-Runden schließlich häufig eher aus Gründen, wie es im Crowdfunding zum Beispiel bei Startnext üblich ist. Dort ist die Investition nämlich keine Investition im klassischen Sinne, sondern eher ein Schenken, oft auch ein Vorschuss für ein Produkt, dass der Unterstützer später erhalten soll.

Venturate bietet mit dem Curated Crowdfunding sicherlich eine spannende Alternative. Es wird auf Sicherheit bedachte Investoren anlocken, die auf das Vertrauen der vorab prüfenden Investoren setzen – auch, wenn das natürlich ebenfalls keinen garantierten Erfolg verspricht.

Es gibt aber durchaus eine Daseinsberechtigung für die anderen Plattformen, die nicht auf einen solchen Prozess setzen – trotz aller Pleiten. Dort bekommen nämlich auch Start-ups eine Chance, denen bei Venturate vielleicht zunächst keine Chance gegeben werden würde, die aber Menschen für ihre Sache begeistern können und letztendlich trotzdem Erfolg haben. Manchmal braucht es nun mal ein großes Risiko, um einen Volltreffer landen zu können.