Obwohl ich sehr für eine schnelle Rückkehr in den Beruf nach Schwangerschaften bin und die Meinung vertrete, dass immer noch viel zu wenige Väter eine viel zu kurze Elternzeit in Deutschland nehmen, passte ein Babybauch nicht in mein Bild von einer der erfolgreichsten Start-up Frauen des Landes. Woher kamen also die Paradigmen, die völlig kontrovers zu meiner Einstellung waren?

Zeit, die eigenen Vorurteile zu korrigieren

Ich hatte doch gelernt, dass Commitment eines der wichtigsten Gründereigenschaften ist. Am besten messbar in der investierten Zeit des Gründers. Und jetzt erklärt mir Kim, dass sie bereits ihr zweites Kind erwarten würde. Im gleichen Atemzug berichtet sie von der aktuellen zweiten Finanzierungsrunde, der positiven Firmenbewertung und den Expansionsplänen afrikaweit. Je mehr sie von der Gründung erzählte, um so beeindruckter wurde ich und merkte, dass es Zeit war die Vorurteile zu korrigieren.

Hätte ich die schwangere Kim auf einem Startup Event kennengelernt, vermutlich hätte ich sie gedanklich in die  Schublade ´Frau, die sich nach der Schwangerschaft mal selbstständig machen will´ gesteckt. Und wahrscheinlich wären die Herren in ihren blauen, perfekt gebügelten Hemden und edlen Sneakers interessanter gewesen. Dass allerdings die Schubladen-Frau mit Babybauch viel mehr Informatives und Inspirierendes hätte erzählen können,wäre mir entgangen.