Neun Jahren nach dem Start ist das einstige Erfolgsprojekt der Start-up-Szene pleite. Der Betrieb der deutschlandweit neun Filialen soll weiterlaufen. 

Als die erste Kochhaus Filiale im Jahr 2010 in Schöneberg eröffnete, sorgte das „begehbare Rezeptbuch“, wie die Gründer ihr Konzept beschrieben, für Furore. Es gab kaum ein Medium, das nicht über das Start-up berichtete, 2012 wurde es mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet.

Die Idee: Lebensmittel werden nicht nach Warengruppen angeordnet, sondern nach Rezeptideen – und das in der richtigen Menge und mit der dazugehörigen Kochanleitung. So sollten auch Koch-Muffel an den Herd gebracht werden. Ergänzend dazu konnten die Kunden Kochzubehör, Rezeptbücher und Geschenkboxen erwerben oder an Kochkursen teilnehmen.

Mitarbeiter sollen Stellen behalten können

Jetzt hat das Unternehmen beim Amtsgericht Charlottenburg einen Insolvenzantrag gestellt. Der Grund für die Pleite wurde in einer Mitteilung des wie folgt beschrieben: Es habe „die Zeit für eine Restrukturierung mit den finanzierenden Banken und eine Vereinbarung mit einem neuen Investor” gefehlt.

Der Betrieb der deutschlandweit neun Filialen in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München soll weitergehen, die ingesamt 190 Mitarbeiter sollen ihre Stellen vorerst behalten können. Löhne und Gehälter der Angestellten sollen durch das Insolvenzgeld vorfinanziert, das Unternehmen langfristig saniert werden.

Konkurrenz im Online-Sektor

Welche Pläne Kochhaus diesbezüglich verfolgt, ist noch nicht bekannt. Kochhaus dürfte vor allem mit der zahlreichen Konkurrenz zu kämpfen haben, die sich in den vergangenen Jahren am Markt entwickelt hat, darunter Online-Anbieter wie Hello Fresh. Die Berliner verfolgen ein ähnliches Konzept und verschicken fertig portionierte Lebensmittelboxen samt Rezept an ihre Kunden. Kochhaus indes setzte trotz eines eigenen Online-Shops in der Vergangenheit vor allem auf den stationären Handel.