Erst vor einem Jahr hat sich das Berliner Lebensmittel-Start-up mit Protein-Snacks auf den Markt gewagt. Jetzt steigen die Gründer aus.

Energy Balls mit Koffein und hohem Proteinanteil: Damit hat das Berliner Lebensmittel-Start-up Karl Karlo die Aufmerksamkeit des Kaffeeherstellers Melitta geweckt. Die Unternehmensgruppe übernimmt die Marke und führt sie in ihrer Tochtergesellschaft 10X Innovation weiter, wie bereits in der vergangenen Woche bekanntgegeben wurde. Dabei werde das Start-up vollständig in den firmeninternen Inkubator integriert und ein neues Team zusammengestellt, sagt Gründer Henrik Rackow zu WirtschaftsWoche Gründer. Rackow und Mitgründer Malte Lorenz verlassen die junge Firma. Zum Kaufpreis machen sie keine Angaben.

Karl Karlo ist seit Anfang 2018 mit den Energy Balls am Markt. Die Melitta-Gruppe will die Protein-Snacks nun weiterentwickeln mit Fokus auf neue Geschmacksrichtungen und Verpackung. Im Tochterunternehmen 10X Innovation mit Sitz in Berlin soll die Marke wachsen und schließlich zur Ausgründung geführt werden. Vor der Übernahme beschäftigten die Gründer von Karl Karlo eine Designerin und einige freiberufliche Mitarbeiter. Rackow selbst will sich nun auf seine Promotion konzentrieren, eine weitere Gründung plant er vorerst nicht.

Beteiligt an Karl Karlo war auch das Berliner Lebensmitteltechnologie-Netzwerk Hungry Ventures von Gründer Bastian Halecker, das die Melitta-Gruppe zu seinen Partnern zählt. Hungry Ventures positioniert sich als Innovationsplattform für die Lebensmittelbranche und will als Dienstleister bei der Produktentwicklung unterstützen. Zudem agiert das Unternehmen als Verkupplungsdienst zwischen Start-ups und Branchengrößen.

Allianzen im Online-Handel mit Lebensmitteln

Von solchen Kooperationen rechnen sich einige junge Firmen Chancen aus: So arbeitet etwa der Online-Supermarkt Getnow.de seit einem Jahr eng mit dem Düsseldorfer Handelsriesen Metro zusammen – um in Deutschland mit Lebensmittellieferungen schneller wachsen zu können. Konkurrenten auf dem Gebiet sind beispielsweise die Supermarktkette Rewe oder der Internetkonzern Amazon.

Mit Lebensmittel-Logistik konnte sich erst Anfang des Monats das Berliner Start-up Fliit zehn Millionen Euro sichern. Zu seinen Kunden zählt auch Rewe – sowie beispielsweise L’Osteria und Hello Fresh. Kapital einwerben konnte auch Your Superfoods aus Berlin. Das Start-up spezialisiert sich auf Nahrungsergänzungsmittel und erhielt im Februar knapp 4,4 Millionen Euro. Am Konkurrenzdruck in der Branche gescheitert ist dagegen Delinero mit einem Online-Shop für Feinkost-Produkte – das Hamburger Start-up musste das Angebot im vergangenen Oktober einstellen.