Caffier programmiert, seit er die Grundschule verlassen hat. In der fünften Klasse fing es an, mit einfachsten Codes. Er entwickelte sich weiter, seine Programme wurden komplizierter, der Anspruch an sich selbst wuchs. Seine Motivation? „Ich fand es cool, dass man im Internet viel selbstmachen kann – das klingt platt, aber im Grunde ist das Internet ja ein riesiger Spielplatz.“ Mit zehn Jahren programmierte er seine erste Homepage. Mit HTML-Code. Dort postete er dann die „Links der Woche“ und er richtete auch eine eigene Chatbox ein, seine Freunde tauschten sich dort aus. Bescheiden räumt er ein: „Dann kamen ja aber Facebook und damals noch SchülerVZ auf den Markt – damit interessierte sich natürlich kein Mensch mehr für meine Chatbox.“

Dann, mit 12 Jahren, konzipierte er einen „Straußenführer“, als Webseite und App. „Straußen“ nennt man in Baden-Württemberg kleine Gastwirtschaften, die sehr unterschiedlich – je nach Saison – geöffnet haben. Durch die Applikation konnte man auf einen Blick sehen, welche „Straußen“ gerade geöffnet hatten. Fast 20 000 Menschen luden die Anwendung herunter. „Für eine Regional-App echt eine Hausnummer“, sagt Caffier.

Als Teenager bekam er dann erste begeisterte Mails von Benutzern: „Wildfremde Menschen schrieben mir, wie sinnvoll meine Webseite ist und wie einfach sie ihnen Lösungen an die Hand gibt.“  Caffier ist redegewandt, er formuliert druckreif. Er programmierte weiter Apps, Webseiten.

Und war schon zu Schulzeiten ein umtriebiger Charakter: Er gründete eine Schülerzeitung, wurde Chefredakteur und blieb es bis zum Abitur. Dann entschied er sich für ein Studium – aber kein technisches. „Ein Informatikstudium würde mir so nichts bringen, dafür engagiere ich regelmäßig echte Fachleute – ich bin ja kein reiner Programmierer. Ich wollte ein Fach machen, das mich kreativ fordert, trotzdem etwas mit Medien zu tun hat und politisch bin ich trotz allem interessiert.“