Esmeralda hat Kommunikation studiert, Davide war Grafikdesigner, Gregorio sah sich im Journalismus. Doch die Fächer boten keine echte Perspektive. Wer hingegen ein traditionelles Gewerbe wählt und dazu noch professionell arbeitet, der hat auch auf einem desolaten Arbeitsmarkt eine Chance, sagten sich die drei.

Auch in Italien gibt es die „Jugendgarantie“, ein 2013 gestartetes EU-Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit. Es garantiert Jugendlichen bis 25 Jahre innerhalb von vier Monaten nach dem Abschluss einen Job, eine Ausbildung oder ein Praktikum. Doch in Italien kommt das Projekt nur mit mäßigem Erfolg voran. Und oft beenden Studenten erst mit 25 die Uni und stürzen dann in die Arbeitslosigkeit.

Das Bildungssystem in Italien hat ebenfalls Schwächen: zu wenig Fremdsprachenkenntnisse werden vermittelt, Universitätskurse und Ausbildungen erfüllen die Anforderungen der Firmen nicht. Viele hangeln sich nach dem Abschluss von einem Nebenjob zum nächsten. Es fehlt auch an Struktur, um Arbeitsplätze effizient und sinnvoll zu vermitteln.

Ein Start-up kann auch gefährlich sein

Gleichzeitig entstehen praktischere Studiengänge und kürzere  Ausbildungsprogramme, die gezielt auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet sind. Dazu gehört auch der eineinhalbjährige Kurs der Breader. Zunächst lernten sie die Theorie, wurden in Themen wie Rohstoffe und Zutaten, Lebensmittelregulierung und Kunst der Verkostung unterrichtet. Dann durften sie acht Monate lang bei einem Praktikum den besten Gastronomen Italiens über die Schulter schauen.

Natürlich sei ein Start-up risikoreich, geben die Breader zu. „Aber der Laden gehört uns, er ist unser eigen“, sagt Sarti lächelnd. Nur ein Viertel der Italiener glaubt nach OECD-Angaben, dass die italienische Kultur den Schritt in die Selbstständigkeit fördert. Doch es kann klappen – mit Brot und Bier und Mut zur Expansion: „Wir bauen gerade eine Pizzeria auf“, sagt Esmeralda.