Das Start-up tüftelt an tragbaren Stromspeichern – und will das Volumen der Batterien dabei verkleinern. Dafür erhalten die Stuttgarter jetzt einen Millionen-Betrag.

Ob Baustelle, Konzert oder Gartenarbeiten: Instagrid entwickelt kompakte Batteriespeicher, die zukünftig in verschiedenen Branchen einen benzinbetriebenen Verbrennungsmotor oder Generator ersetzen könnten. Für diesen Weg erhält das ein Jahr alte Start-up jetzt eine nicht weiter definierte Summe im einstelligen Millionenbereich von Investoren.

Das Geld soll bei der weiteren Entwicklung von Technik und Geschäftsmodell helfen. Aktuell verkauft Instagrid die Produkte als White-Label-Lösung über verschiedene Vertriebspartner. In Zukunft will man eine eigene Marke aufbauen – und schließlich die Batteriespeicher vermieten und je nach Nutzung abrechnen. „Diese basiert auf den Daten, welche eine integrierte Internet-of-Things-Verbindung erfasst“, sagt Mitgründer Sebastian Berning.

Mischung aus Hardware und Software

Damit setzt das Start-up auf eine Abrechnungsmodell, welches wiederkehrende Umsätze ermöglicht – und auch in der Industrie immer häufiger erprobt wird. Im Visier hat das Start-up im ersten Schritt die Bauwirtschaft, zudem die Veranstaltungstechnik sowie Landschafts- und Gartenbau. Auch bei der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen können sich die Gründer ihren Speicher gut im Einsatz vorstellen.

Instagrid setzt dabei nach eigenen Angaben auf verkaufsfertige Batterie-Bauteile, die von dem Start-up neu kombiniert werden. Dazu komme eine Software-Lösung, die die Leistungsfähigkeit erhöhen soll. Zustandekommen soll so ein tragbarer Energiespeicher, der bisherige Verbrennungsmotoren ersetzen kann – und das laut Instagrid zu deutlich geringeren Betriebskosten. Aktuell gehören fünf Mitarbeiter zu dem Team, das in Stuttgart sitzt.

Herzstück des Wandels in vielen Branchen

Die Investoren der Anschubfinanzierung sind überzeugt von dem Potential des Start-ups.„Der hochleistungsfähige Batteriespeicher ist ein zukunftsfähiges Produkt – und das über zahlreiche Segmente hinweg“, sagt Bernhard Letzner, Geschäftsführer beim Frühphaseninvestor Segnalita Ventures aus Österreich. Aus der Schweiz steigt die private Vermögensverwaltung Martin Global ein. Angeführt wird die Finanzierung vom deutschen halbstaatlichen Investor High-Tech Gründerfonds.

Die Batterie als Herzstück für Umbrüche in der Verkehrs- oder Energiebranche haben sich auch andere deutsche Start-ups vorgenommen. Twaice aus München setzt etwa auch auf Software, um zu verhindern, dass Lithium-Ionen-Akkus in Elektrofahrzeugen nicht zu schnell altern. Lumenaza kümmerte sich mit seiner Software unter anderem um die Vernetzung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern.