Das Heidelberger Start-up bringt Unternehmen mit passenden Kandidaten zusammen. Bei diesem Matching soll künftig eine Blockchain helfen.

Es ist eines der großen Vorzüge der Blockchain-Technologie: Sie erlaubt es, Transaktionen automatisch abzuwickeln, wenn die beteiligten Parteien die zuvor festgelegten Konditionen erfüllt haben. Gespeichert in einem dezentralen Netzwerk, soll das fälschungssicher und transparent sein. Das Prinzip solcher „Smart Contracts“ will das Heidelberger Start-up Instaffo nun auf den Recruiting-Markt übertragen – mit Hilfe eines neuen Investors.

Wie das Start-up heute bekanntgab, hat es gerade eine zwei Millionen Euro schwere Series-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Lead-Investor ist dabei der FinLab EOS VC Fund, der auch gerade bei der Firmenschmiede Next Big Thing eingestiegen ist. Hinter dem Wagniskapitalfonds stehen der Frankfurter Company Builder Finlab und Block.one. Das Softwareunternehmen betreibt mit EOSIO eine Blockchain-Plattform und ist Urheber der Kryptowährung EOS.

Instaffo betreibt seit 2017 eine gleichnamige Recruiting-Plattform. Arbeitnehmer können hier kostenlos ein Profil anlegen, Unternehmen hinterlegen ihre Anforderungen für zu besetzende Stellen. Passen Profile zusammen, werden beide Parteien zusammengebracht – automatisch per Algorithmus. Die Kandidaten entscheiden, welche Unternehmen sie per Direktchat kontaktieren dürfen.

Verifikation von Angaben in Lebensläufen

Dieser Prozesse ließe sich technisch als „Smart Contract“ komplett über eine Blockchain abbilden. Erst einmal will Instaffo die Technologie aber nur für einzelne Features einsetzen. „Konkret vorstellbar ist unter anderem die Einführung einer CV-Verification auf Basis der Blockchain-Technologie“, erklärte CEO Christoph Zöller auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. So könnten etwa Bestätigungen früherer Arbeitgeber zu Angaben in Lebensläufen fälschungssicher gespeichert werden.

Das 2014 von Zöller und Daniel Schäfer gegründete Start-up hat eigenen Angaben zufolge über 500 Geschäftskunden. Diese zahlen für die Nutzung der Plattform eine Jahresgebühr, zudem wird für jede erfolgreiche Vermittlung eine Gebühr fällig. Instaffo gibt an, seinen Jahresumsatz 2018 auf zwei Millionen Euro gesteigert zu haben. Seit dem Start seien „mehrere hundert Stellen“ vermittelt worden.

Internationalisierung geplant

Vorantreiben will das aktuell 60 Mitarbeiter große Unternehmen nun auch die Expansion. War Instaffo bisher auf den deutschen Markt fokussiert, will das Start-up nun auch verstärkt Unternehmen aus Österreich und der Schweiz für sich gewinnen. Anfang des kommenden Jahres soll die Plattform auch in anderen Ländern an den Start gehen.

Auf dem Recruiting-Markt tummeln sich eine ganze Reihe von Start-ups, die Unternehmen bei der zunehmend beschwerlichen Fachkräftesuche unter die Arme greifen wollen. Ähnlich wie Instaffo arbeitet etwa das Berlin HR-Tech Taledo. Auf ein Matching nach dem Tinder-Prinzip setzt Truffls. Einen anderen Ansatz verfolgen Talentry und Firstbird: Die Start-ups bieten Plattform an, über die bestehende Mitarbeiter Kandidaten empfehlen können.