Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu. Die Gründer von Iatros wollen die Patienten-Versorgung verbessern – und erhalten nun eine Anschubfinanzierung.

Die gute Nachricht zuerst: In Deutschland sterben laut der deutschen Gesellschaft für Kardiologie immer weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das große „Aber“ folgt jedoch sogleich, denn der Bericht, der im Februar des vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, besagt auch, dass dies kein Grund für eine Entwarnung sei: Die Erkrankungen hierzulande mit 39 Prozent aller Fälle nach wie vor die Todesursache Nummer eins. Jährlich werden 1,7 Millionen Patienten stationär wegen Herz-Kreislaufleiden behandelt, der Bereich Kardiologie verursacht rund 16 Prozent der gesamten Gesundheitskosten in Deutschland.

Gesundheitsdaten der Patienten werden dauerhaft erfasst

Der Lösung dieser Probleme widmet sich das Münchener Start-up Iatros. Das Digital Health-Unternehmen wurde 2019 von Alexander Leber und Georges von Degenfeld gegründet. Die beiden Herzspezialisten haben eine App entwickelt, die Patienten enger mit ihren medizinischen Versorgern verbinden will. Dazu erfasst die App die Gesundheitsdaten der Patienten dauerhaft, um den Arzt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz bei Diagnostik, Medikamentenplanung und automatisierten Alarmierungen zu unterstützen. Die Patienten werden außerdem an Messungen oder Medikamenteneinnahmen erinnert. In Notfällen können sie sich auf Knopfdruck rund um die Uhr an einen Telekardiologen wenden.

Seed-Finanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro

Für diese Entwicklung gab es jetzt eine Anschubfinanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro von Bayern Kapital, der Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) und mehreren Business Angels. 

„Die Gesundheitsbranche ist im Vergleich zu anderen Sektoren noch wenig digitalisiert. Hier eröffnet sich in den kommenden Jahren ein großer Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial“, so Roman Huber, Geschäftsführer von Bayern Kapital. Das Geld fließt in die Vergrößerung des Teams sowie in die Weiterentwicklung der Software. Der operative Launch ist im Laufe dieses Jahres geplant.