Zehn Prozent der Artikel sind gesponserte Beiträge. Alles und jeder darf aber nicht bei Mit Vergnügen werben. „Es muss einfach Klick machen“, sagt Hielscher. „Das ist der Hauptmaßstab für alles, was wir machen.“ Klick hat es auch in Hamburg gemacht. Dort stemmen seit einem Jahr drei Teilzeit-Mitarbeiter einen Ableger für die Hansestadt.

Gegen das politische Vakuum

In Hamburg versuchen auch Isabella David und Dominik Brück ein hyperlokales Medium zu etablieren. Die beiden haben lange Zeit in in Billstedt gewohnt. „Da ist uns aufgefallen, dass viele Stadtteile nur in Meldungen abgehandelt wurden“, sagt David. „Das hat uns als Politikwissenschaftler schon ein bisschen geärgert, wir dachten, dass gerade in der Bezirkspolitik ein bisschen mehr gehen könnte. Die Hamburger Presse ist ja auch eher ein bisschen konservativ, was manchmal für ein Vakuum in der Berichterstattung sorgt.“

Dass sie mit HH Mittendrin dieses politische Vakuum füllen können, haben sie vergangenes Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aus dem Hamburger Gefahrengebiet berichteten sie mithilfe einer App nah vom Geschehen: Nutzer konnten die Mittendrin-Redakteure unmittelbar zu unangebrachten Polizeiaktionen lotsen. Das hat sie bekannt gemacht, aber nicht reich.

„Wir verdienen schon Geld“, sagt David, „aber lange nicht genug, um eine Festanstellung zu schaffen, geschweige denn uns als Gründer ordentlich zu finanzieren.“ Ein Jahresabo kostet 60, ein Monatsabo fünf und ein Tageszugang einen Euro. Auch Laterpay setzt HH Mittendrin ein. Es gibt Kooperationen mit der taz Nord, sodass Artikel auch in Print zu finden sind, sowie mit Zeit Online Hamburg. So verschieden die hyperlokalen Medien sind, so unterschiedlich sind ihre Finanzierungsansätze. Gegenüber den großen Medien haben sie den Vorteil, dass sie Modelle schneller ausprobieren können. Von dem, was die hyperlokalen Medien an Erfahrung sammeln, können die Großen nur profitieren.