Thurau rechnet damit, dass es in diesen Bereichen in fünf bis zehn Jahren große Fortschritte gibt. „Ich bewundere diesen Optimismus“, entgegnet Forscher Besold. Aber als Gründer müsse er das wohl so positiv sehen.

Auch beim Innovator´s Pitch, dem Gründerwettbewerb des Digitalverbandes Bitkom, spielten lernende Algorithmen eine Rolle. So entwickelt das Start-up Medicus eine Software, die lernt, gescannte Laborberichte zu verstehen. Mehr noch: Mit einer App werden die Befunde für Patienten übersetzt und mit einfachen Farbskalen verständlich gemacht. Das in Dubai gegründete und inzwischen nach Wien gezogene Unternehmen gewann damit in der Kategorie Health. Medicus setzte sich dabei gegen die Pflegeplattform Careship und CortiCare durch. Die Londoner entwickeln ein Testgerät, mit dem jedermann das Hormon Cortisol in seinem Speichel messen und damit seine Stressbelastung testen kann.

Vielversprechende Start-ups

In der Kategorie Internet of Things stand Factor-E Analytics aus Berlin im Finale. Das Start-up hilft Unternehmen, ihre Produktion in Echtzeit zu überwachen und liefert Daten zu Leistung, Energieeffizienz und Kapazitätsauslastung. Toposens aus München entwickelt 3D-Sensoren auf Ultraschallbasis. Wie eine Fledermaus können sie dreidimensionale Objekte im Raum orten. Das Start-up entwickelt erste Pilotprojekte mit Autobauern wie BMW, Daimler oder Porsche. Den Sieg holte Skysense aus San Francisco. Das Unternehmen bietet einen vollautomatischen Inspektionsservice für Drohnen.

Den Preis im Bereich Mobility erhielt Synfioo. Das Unternehmen aus Potsdam sammelt in Echtzeit Informationen über Staus, Sperrungen oder andere Verkehrsprobleme. Synfioo stellt die Daten dann Logistikunternehmen zur Verfügung.

Das Start-up setzte sich dabei gegen Evopark durch. Die durch ihren Auftrittt in der „Höhle der Löwen“ und ein Investment von Porsche bekannt gewordenen Kölner vereinfachen das Parken in Parkhäusern.

Dritter Finalist war Plugsurfing: Das Start-up macht es möglich, die Ladestationen für E-Autos von verschiedensten Anbietern zu nutzen, ohne jeweils separate Verträge abschließen zu müssen. Plugsurfing bietet so nach eigenen Angaben den Zugriff auf das größte Ladenetz in Europa.