Das Unternehmen bietet smarte Kühlschränke als Kantinen-Ersatz an. Gründer und Mitarbeiter bleiben nach dem Teil-Exit an Bord.

Schon seit Jahren muss der smarte Kühlschrank, der selbständig Essen nachordert, als Beispiel für die Möglichkeiten des „Internet der Dinge“ herhalten. Dass sich das Konzept bisher nicht durchgesetzt hat, stört Sven Forgber und Martin Michenfelder wenig. Die Gründer wollen genau solche Geräte alltagstauglich machen – zielen aber nicht auf Privathaushalte, sondern auf Unternehmen. Die können bei Howilike vernetzte Kühlschränke mieten. Der Clou: Das Start-up kümmert sich darum, dass sie immer gefüllt sind, etwa mit frischen Getränken und Fertigmahlzeiten. Gedacht ist das als Ersatz für eine Kantine.

Intelligente Technik spielt dabei eine große Rolle: Dank einer Vielzahl von Sensoren erkennt der Kühlschrank, welche Waren entnommen werden. Das dient einerseits für die automatische Abrechnung, die an die kassenlosen Supermärkte von Amazon Go erinnert. Anderseits kennt Howilike stets den Bestand – und kann einen seiner Fahrer losschicken, wenn beispielsweise die Sandwiches oder Smoothies zur Neige gehen. „Unternehmen bieten so ein Benefit für ihre Mitarbeiter, ohne dadurch mehr Arbeit zu haben“, sagt Forgber.

Neuer Eigentümer investiert Millionenbetrag

Gegründet Anfang 2016 in Oranienburg, versorgt das Start-up aktuell 30 Unternehmensstandorte in Berlin und Brandenburg. Zu den Kunden zählen auch Großkonzerne wie Amazon, Siemens und die Deutsche Bahn. Nachfrage für das Konzept komme aus ganz Deutschland, beteuert Forgber. Doch um weiter zu wachsen, fehlte dem Start-up bislang das nötige Kapital. Nun haben die Gründer mit dem schwedischen Familienunternehmen Convini einen passenden Geldgeber gefunden, der einen Millionenbetrag investiert.

Allerdings geben die Gründer dafür die Mehrheit an ihrer Firma ab: Mit einem Anteil von 75 Prozent ist Convini nun Haupteigentümer von Howilike. Der bisherige Investor – das Berliner Lebensmitteltechnologie-Netzwerk Hungry Ventures – wird abgelöst. Das Start-up firmiert künftig unter dem Namen Convini Deutschland. Ob die Marke Howilike bestehen bleibt, ist noch unklar.

Know-how für die Skalierung

„Für uns ist das ein sehr guter Deal und ein perfekter Partner“, sagt Forgber. „Convini bringt genau das operative Know-how mit, das wir jetzt brauchen.“ Das 1995 gegründete Unternehmen betreibt in Skandinavien einen ähnlichen Dienst mit aktuell 3.000 Standorten. Howilike soll für das schwedische Unternehmen nun die Eintrittskarte für den deutschen Markt sein – mit Frogber und Michenfelder als Geschäftsführer. Auch die zehn Mitarbeiter bleiben im Unternehmen, Neueinstellungen sind geplant. Vor allem Hamburg und Nordrhein-Westfalen seien für die Expansion interessant, so Frogber.

Dabei treten die Gründer und ihr neuer Investor gegen einen prominenten Konkurrenten an: Auch Hellofresh experimentiert mit smarten Kühlschränken. Unter dem Namen Hellofreshgo hatte der Kochboxenlieferant das Geschäft vor gut einem Jahr ausgegründet. Als Investoren waren kürzlich neben anderen Vorwerk und Bitburger eingestiegen. Konkurrenz droht zudem von Foodji – das Münchener Start-up will nach einer Finanzierungsrunde mit seinen High-Tech-Automaten ebenfalls expandieren.