Sie haben also noch keinen anderen Investor gefunden?
Nein. Wenn jemand Interesse und Geduld hätte und sich auch der Nachhaltigkeit verschreiben würde, dann können wir uns das gut vorstellen. Aber er muss auch brennen für das Ganze, da geht es nicht nur ums Geld. Wenn man wirklich langfristig zusammenarbeiten will, geht das am besten langsam und dafür nachhaltig.

Wie finanzieren Sie sich denn derzeit?
Ich habe ja schon seit 25 Jahren ein Unternehmen in der Energietechnologie. Wundersam finanzieren wir daraus. Wir haben einen Jahresplan für die nächsten zwei bis drei Jahre und setzen auf langsames Wachstum. Das ist zwar altmodisch, aber ich hoffe, dass das bald wieder modisch wird.

„Ich habe mich immer vor Lederhosen geekelt“

Nun erleben die meisten Start-ups nach der Ausstrahlung der „Höhle der Löwen“ einen Boom. Wie haben Sie sich auf den Ansturm vorbereitet?
Bei der Bekleidung ist es ja sehr schwer, nachhaltig und schnell Nachschub zu bekommen. Aber wir haben schon einigen Lieferanten Bescheid gegeben, die nun auf Abruf bereit stehen. Ein paar Wochen dauert die Lieferung aber trotzdem.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, lederlose Lederhosen anzubieten?
Ich bin auf einem Bergbauernhof aufgewachsen, habe immer Lederhosen getragen. Aber mir sind Tierschutz, Heimatverbundenheit und Nachhaltigkeit sehr wichtig. Und heute ist es nun mal so, dass viele Lederhosen gar nicht mehr aus Bayern oder Österreich stammen, sondern irgendwo in Asien unter nicht bekannten Umständen gefertigt werden. Das wollte ich ändern.

Was war dann der Auslöser, der Sie dazu gebracht hat, die Wundersam-Lederhosen zu entwickeln?
Es hat viele Auslöser gegeben. Ich habe mich immer vor Lederhosen geekelt, weil du darin schwitzt, die Hose aber nicht waschen darfst. Das finde ich nicht hygienisch. Mit Moleskin habe ich dann einen Stoff gefunden, den ich nicht nur waschen konnte, sondern der auch etwas beweglicher war als herkömmliches Leder.

Nun haben Sie gesagt, Nachhaltigkeit sei Ihnen sehr wichtig. Wie können Sie denn sicher gehen, dass Ihre Stoffe auch nachhaltig sind?
Wir beziehen einen Großteil der Stoffe von der Firma Lebenskleidung aus Berlin. Sie produziert nicht nur nachhaltig, sondern auch fair. Das Siegel GOTS, eines der strengsten im Bio-Bereich, bestätigt uns das.

Herr Bachler, vielen Dank für das Gespräch.