In einem Pop-up-Store werden künftig Produkte aus der Fernsehsendung verkauft. Gründer aus den vorherigen Staffeln füllen zu Beginn die Regale – und berichten von unterschiedlichen Erfahrungen.

Von Miriam Binner

Pünktlich zur Ausstrahlung schnellten die Zugriffszahlen auf der Homepage extrem in die Höhe: Dieses Phänomen erlebten zahlreiche Start-ups, die in den vergangenen Staffeln Sendezeit beim Vox-Gründercasting „Höhle der Löwen“ ergatterten. Zum Start der vierten Staffel, deren Ausstrahlung Anfang September beginnt, will Vox dieses Phänomen auch in eine Kölner Einkaufsstraße verlängern.

Dafür hat der Fernsehsender einen Pop-up-Store, ein Ladenlokal auf Zeit, in der Innenstadt eingerichtet. Dort gibt es Produkte aus den Sendungen zu kaufen. Am morigen Samstag eröffnet der Laden mit 30 Produkten. Das Sortiment wechselt nach dem Start der neuen Staffel am 5. September regelmäßig: Jeden Mittwoch nach der Sendung sollen die Produkte von neuen Start-ups einen Platz im Regal und damit auch viel Aufmerksamkeit bekommen.

Findige Gründer im Erfolgsrausch

Die Aktion soll mindestens bis zur Ausstrahlung der zwölften Folge laufen. Für Vox ist das Ziel klar: Nachdem der Sender die „Höhle der Löwen“ als erfolgreichste Eigenproduktion im Abendprogramm gefeiert hat, hofft er auch für die aktuelle Staffel auf viele Zuschauer. Nach eigenen Angaben waren es im vergangenen Jahr teilweise mehr als drei Millionen.

Vor dem offiziellen Start der vierten Staffel zerrte Vox dafür noch einmal alte Erfolgsgeschichten aus dem Scheinwerferlicht des TV-Studios ins Rampenlicht des Ladenlokals. Ein erster Rundgang zwischen akkurat sortierten Waren auf Regalbrettern und künstlichem Blumenschmuck zeigt: Viele der Gründer sind auf die Werbeaktion kaum angewiesen – und mit ihren Gedanken schon viel weiter.

Bei Handwerker Karl-Heinz Bilz läuft das Geschäft etwa nach eigenen Angaben so gut, dass er beim Pressetermin seine aktuelle Lebenssituation per Botschaft aus dem Glückskeks verkünden lässt: „Der Stern des Reichtums leuchtet über dir.“ Der gelernte Sanitär- und Heizungsmeister hat inzwischen mehr als eine Million Stück seiner „Abfluss-Fee“ verkauft, die Verstopfungen im Abfluss verhindern soll. Seine nächste Idee ist schon am Start: Demnächst will Bilz eine „Spül-Fee“ auf den Markt bringen.

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Anne und Stefan Lemcke von Ankerkraut stecken aktuell ihre Energie ins weitere Wachstum der Firma. „Wir kämpfen uns voran – die Prozesse im Einzelhandel sind sehr zäh“, sagte Stefan Lemcke zu WirtschaftsWoche Gründer. Dieses Jahr will das Ehepaar die Marke von zehn Millionen Euro Umsatz knacken. Ihre Gewürzgläser nehmen im Laden mehrere Regale ein, direkt am Eingang zur Straße. Mit ihren 60 Mitarbeitern verkaufen sie pro Jahr um die drei Millionen Gläser, die bereits in einigen Supermarktketten gelistet sind.

Noch wachse die Firma mit Sitz in Jesteburg bei Hamburg aus ihren Gewinnen, sagt Gründer Lemcke. Noch halten er und seine Frau 70 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen. 2018 könnte sich das ändern. Dann gehe es um „richtiges Geld“, wenn sich sich Ankerkraut möglicherweise einen weiteren Investor zur Unterstützung holt. Stefan Lemcke peilt 1,5 bis 3 Millionen Euro an.

Vertrauen in die „Löwin“

Auch Murat Akbulut steht mit seinem Start-up vor dem nächsten Schritt. Er will unter dem Namen Popcornloop nicht mehr nur eine Art Popcornmaschine für den Kochtopf verkaufen, sondern künftig auch mit fertigem Popcorn ins Nahrungsmittelgeschäft einsteigen. Gerade in den USA sieht er großes Potenzial für sein Unternehmen – und er glaubt an die Unterstüzung seiner „Löwin“: „Mit Hilfe von Judith Williams schaffe ich alles.“

Seit 2015 hat er 250.000 Stück seines Popcornloops verkauft, hauptsächlich über den Teleshopping-Sender HSE, das Warenhaus Globus und Media Markt. Wie viele davon im Kölner Laden über die Kasse gehen werden, könne er aber nicht einschätzen. Zum Start sind dort unter anderem auch Dirndl von Limberry, Strumpfhosen von Bataillon Belette, Klebstoff von Blufixx oder Suppen von Little Lunch vertreten. Aus der aktuellen Staffen könnten beispielsweise Protect Pax mit einem unsichtbaren Display-Schutz fürs Smartphone und Hearts for Heels mit herzförmigen Schaumeinlagen für hochhackige Schuhe dazukommen – wenn ihnen tatsächlich ein Deal gelingt.