Sie selbst sind mit Ihrem ersten Versuch, die Branche mit einem Elektrofahrzeug aufzumischen, gescheitert: Ihr Joint Venture Fisker Automotive ging 2013 insolvent. Was haben Sie als Unternehmer daraus gelernt?
Wir waren beim Start 2007 ähnlich weit wie Tesla. Das Problem war, dass wir von einem einzigen Batterielieferanten abhängig waren, der aber pleite ging. Plötzlich standen wir also ohne Batterien dar. Daraus habe ich viel gelernt – vor allem, wie wichtig verlässliche Kooperationen sind. Ich bin sehr dankbar dafür, eine zweite Chance bekommen zu haben.

Mit Fisker Inc. haben Sie im Januar den EMotion präsentiert – einen elektrischen Sportwagen, der im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Wie weit sind Sie damit?
Wir haben den Marktstart gerade auf Ende 2020 verschoben. Der Grund dafür ist, dass wir direkt mit einer neuer Batterietechnologie starten wollen. Statt auf Lithium-Ionen-Akkus werden wir von Anfang an auf Festkörperbatterien setzen. Sie bieten die doppelte Leistung zu einem halben Preis. Da treiben wir gerade die Entwicklung und Massenfertigung mit Partnerunternehmen voran.

Vom BMW Z8 bis zum EMotion: Bisher haben Sie stets Sportwagen designt. Nun arbeiten Sie parallel aber auch an einem selbstfahrenden Mini-Bus, der schon in einem Jahr auf den Markt kommen soll. Warum?
Mir geht es nicht darum, Luxuswagen zu bauen. Ich möchte mit technologischen Innovationen den Markt zu verändern – das gilt für den EMotion mit dem Festkörperakku genauso wie für das autonome Shuttle: Ich bin davon überzeugt, dass es in der Zukunft keine reinen Autobauer mehr geben wird, sondern nur noch Mobilitätsunternehmen. In zehn Jahren wird man zwar immer noch eigene Autos besitzen, aber nur noch halb so oft mit ihnen unterwegs sein. In vielen Fällen wird es bequemer sein, sich in ein Roboterfahrzeug zu setzen. Und die Technik wird sich zuerst in Shuttles, etwa an Flughäfen, durchsetzen.

Mit Mini-Bussen sind Sie nicht der erste am Markt – was wollen Sie anders machen?
Die Shuttles, die es aktuell gibt, sehen aus wie rollende Kühlschränke. Sie sind nicht attraktiv. Wenn man die Menschen dazu bewegen will, häufiger Bus zu fahren, muss man am Design und der Nutzererfahrung arbeiten. Dazu gehört ein attraktives Ökosystem. Deswegen lege ich großen Wert auf das Design und die Nutzererfahrung. Auch Personalisierung wird eine wichtige Rolle spielen. Da man die Fahrten per App bucht, wissen wir genau, wer im Fahrzeug sitzt. Das ermöglicht beispielsweise, im Shuttle personalisierte Werbung anzuzeigen. Es wird ganz neue Öko-Systeme geben.

Das klingt nach personalintensiven Plänen. Wie viele Mitarbeiter hat Ihr Unternehmen aktuell?
Wir veröffentlichen aus Wettbewerbsgründen keine Kennzahlen. Was ich sagen kann, ist, dass wir nicht alles selbst machen wollen. Erfolgsentscheidend ist die Kooperation mit anderen Unternehmen – darunter mit Start-ups. Das ist auch der Grund, warum die Tätigkeit als Beirat für Motec Ventures so interessant für mich ist.

Herr Fisker, vielen Dank für das Gespräch.