Das Düsseldorfer Legaltech-Start-up prüft Rechtsansprüche von Verbrauchern. Mit Hilfe einer Millionenfinanzierung wollen die Gründer neue Fälle unter die Lupe nehmen.

Um auf weiteren Rechtsgebieten angreifen zu können, erhält das Düsseldorfer Start-up Helpcheck elf Millionen Euro. An der aktuellen Finanzierungsrunde des sogenannten Legaltechs beteiligen sich ein Family Office aus Deutschland sowie ein internationaler Prozesskostenfinanzierer, wie das junge Unternehmen heute bekanntgab.

2016 gegründet, spezialisiert sich Helpcheck auf juristische Fälle rund um den Widerruf von fehlerhaften Lebensversicherungen. Konkret bietet das Start-up Verbrauchern an, ihre Rechtsansprüche gegen den Versicherer zu prüfen. Um Zeit zu sparen und Kosten zu reduzieren, kommt dabei eine Software zum Einsatz. Nach der ersten Einschätzung per Algorithmus schaltet die junge Firma eine Partner-Anwaltskanzlei ein, die schließlich vor Gericht ziehen kann.

Frisches Kapital für die Expansion

„Wir haben die Mission, Verbrauchern mit Hilfe unseres digitalen Know-hows den einfachen Zugang zum Recht zu ermöglichen“, lässt sich Helpcheck-Geschäftsführer Peer Schulz in einer Pressemitteilung zitieren. „Diese neue Finanzierungsrunde unterstützt uns bei unserem weiteren Wachstum und ermöglicht die angestrebte Expansion in neue Märkte und Rechtsgebiete.“ Zusammen mit seinem Mitgründer Phil Sokowicz hat Schulz das Team inzwischen auf 15 Mitarbeiter aufgestockt.

Mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen mischen Legaltechs bundesweit den Markt für Rechtsdienstleistungen auf. Zum Beispiel erhielt Advocado mit Sitz in Greifswald im vergangenen Juni 4,5 Millionen Euro, um seinen Vermittlungsdienst zwischen Mandanten und Rechtsanwälten zu erweitern. Seit 2017 vernetzen sich die Start-ups der Branche in Berlin in einer Fachgruppe des Bundesverbandes Deutsche Startups (BVDS).