Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute das Team von Hawa Dawa, Karim Tarraf, Birgit Fullerton, Matt Fullerton und Yvonne Rusche, an. Das Start-up liefert Daten, die die Gesundheit oder die Verkehrsplanung verbessern. Wie urteilt Investorin Marie Hinderer?

Karim, Birgit, Matt, Yvonne, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir überwachen lokal, aber auch weltweit die Luftqualität. Kommunen und Unternehmen können unsere Daten nutzen, um die Stadt- und Verkehrsplanung zu verbessern,  Immobilien zu bewerten oder Gesundheitsapps etwa für Asthmatiker einzuführen. Hierzu analysieren wir Satellitendaten, öffentliche Messungen und haben in vielen deutschen Städten eigene Messgeräte an Lichtmasten installiert. Wir zeigen so, dass Luftqualitätsinformationen heute einen kommerziellen Wert haben, nicht nur einen  wissenschaftlichen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Karim ist in Kairo aufgewachsen. In seiner Familie gab es viele Ärzte, die immer wieder Atemwegserkrankungen behandeln mussten. Ihm war deshalb früh klar, dass die Luftqualität einen Einfluss auf die Lebensqualität hat, sie aber nicht ausreichend gemessen wird. Im arabischen Frühling hat er dann die Erfahrung gemacht, dass Unternehmer, nicht Regierungen die Zukunft bestimmen. So haben wir gehandelt.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Städte und Firmen können bei uns die reinen Daten abonnieren, aber auch komplexe Analysen buchen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Wir sind auf jeden Fall nerdig, aber mit einer Mission.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind zur Hälfte Männer und Frauen, was für Techfirmen nicht typisch ist. Die Leute aus unserem 20-köpfigen Team kommen aus elf Ländern, etwa Bolivien, Indien, Kuba und Pakistan.

Was war euer größter Rückschlag?
Es gibt ständig Herausforderungen, unterm Strich muss man aber immer zwei Schritte vorwärts machen, wenn man einen Schritt zurück macht.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann fließen unsere Daten in alle möglichen Bereiche ein: Luftfahrt, Schifffahrt, Stadtplanung und vieles mehr.

Fakten zum Start-up

Kunden: Rund 35 Kommunen und Unternehmen
Finanzierung: Eigenmittel, laufende Umsätze, Wagniskapital
Gründung: 2016 in München
Mitarbeiter: 20

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Spannende und aktuelle Idee. Skeptisch bin ich bei der Hardware, da die Implementierung teuer und aufwendig ist. Verhandlungen mit Städten dauern, was strapazierend sein kann.“
Marie Hinderer, Datenanalystin für das Berliner Büro der Investmentgesellschaft e.ventures

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