Deutschlands größtes Geldinstitut stärkt die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Start-up. Das Proptech bekommt damit wertvollen Zugang zu potenziellen Kunden.

Nach einem Investment vor einigen Monaten öffnet die Deutsche Bank ihre Kundenzugänge für das Hamburger Start-up Talocasa hinter der Marke Hausgold. Das Maklernetzwerk soll ab August an Kunden des größten deutschen Geldinstituts herantreten, wie aus einer aktuellen Presseinformation hervorgeht. Mit der Kooperation rückt die Bank näher an die 2014 gegründete Firma, die mit einem Plattform-Ansatz weiter wachsen und ihre Stellung im Markt ausbauen will.

Hausgold bietet Informationen für Immobilienverkäufer und bringt Haus-, Wohnungs- und Grundstücksbesitzer gegen Provision mit Maklern aus ganz Deutschland zusammen. Dafür nutzt das Proptech nach eigenen Angaben eine eigens entwickelte selbstlernende Software. Rund 50 Mitarbeiter beschäftigt das Start-up derzeit – die vermittelten Makler sind eigenständig. Von diesem Ansatz erhofft sich Hausgold einen Kostenvorteil gegenüber Wettbewerbern wie dem Berliner Konkurrenten McMakler oder Maklaro, ebenfalls aus Hamburg. Mehr als 6.000 Immobilien vermarktet Hausgold nach eigenen Angaben.

Plattform-Angebote im Visier

In der verstärkten Kooperation mit der Deutschen Bank und dem Zugang zu mehr als zehn Millionen Online-Kunden sieht Geschäftsführer Sebastian Wagner laut Pressemitteilung großes Wachstumspotenzial. Das Geldinstitut selbst profitiert von zusätzlichen Angeboten abseits des klassischen Bankgeschäfts, wie sich Markus Pertlwieser, Chief Digital Officer für die Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zitieren lässt. „Die Kooperation ist ein weiterer Baustein unserer digitalen Plattform. Viele unsere Kunden sind Immobilienbesitzer und können jetzt über unsere Plattform per Mausklick den passenden Makler für Kauf oder Verkauf finden“, so Pertlwieser. Das Institut hat mit tiefroten Zahlen zu kämpfen und muss sich strategisch neu aufstellen.

Die Deutsche Bank ist seit vergangenem November Gesellschafter des Proptechs. So floss in der jüngsten Finanzierungsrunde insgesamt ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag an Hausgold. Beteiligt waren an der Runde auch Bestandsinvestoren sowie mehrere sogenannte Family Offices.