Anders gesagt: Wir haben die Chance, ja die Pflicht, einen Entwicklungssprung zu machen. Wenn wir nach mehr Glück streben, müssen wir es nicht auf dem Weg eines Mehr an materieller Güterversorgung suchen. Es geht also nicht nur um den ökologischen Umbau unserer Industriegesellschaft und ein sozial verträglicheres Wirtschaften. Es geht auch keineswegs um Verzicht.

Wir bewegen uns vielmehr in einer uralten Hoffnung der Menschen in ihrem Streben nach Glück. The Pursuit of happiness – wie es die Gründungsväter der Vereinigten Staaten in ihre Verfassung schrieben.

Dieser Gedanke ist nicht neu, auch wenn es so klingen mag. Es geht um den Übergang von einer quantitativen Sicht- und Denkweise zu einer qualitativen Betrachtung. Im Grunde stimmen die Weisheitslehren und Religionen aller Kulturen darin überein, dass das Akkumulieren materieller Güter kein Weg zum Glück sei.

Eine Renaissance des Teilens

Längst gibt es, ganz offiziell, Versuche, den „Wohlstand“ einer Nation nicht nur an dem Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen zu messen, sondern um andere Faktoren zumindest zu ergänzen. Wir erleben bereits heute eine zunehmend kritische Haltung gegenüber dem Besitz möglichst vieler Konsumgüter – wir erleben eine Renaissance des Teilens, und dies, ohne unser Wirtschaftssystem grundlegend verändern zu müssen.

Mischen wir uns ein, konkret, überzeugend und sinnlich erfahrbar. Zeigen wir, dass wir Ökonomie zukunftsfähiger gestalten können.

Wir sind das Kapital. Wir sind es, die neue Akzente setzen, die Alternativen ins Spiel bringen können.

Wir haben die Chance, eine bessere Welt zu gestalten. Liebevoller, witziger, feinfühliger und künstlerischer, als es je zuvor möglich gewesen war. Aber wir müssen selbst in den Ring steigen, müssen selbst aktiv werden. Als Entrepreneure, als genügsame, aber als zukunftsfähig Handelnde. Bescheidener, was den Verbrauch an Ressourcen angeht, anspruchsvoller, wenn es um geglücktes Leben geht.