Der Appetit auf neue Ideen in der Lebensmittelbranche bleibt groß. Auf der Landwirtschaftsmesse in Berlin konnten jetzt drei Start-ups abräumen.

Eislöffel aus Kakaofasern, ein Riegel aus Hanfsamen und Honig und Naturzucker aus Kolumbien: Drei Start-ups konnten sich auf der gerade zu Ende gegangenen Landwirtschaftsmesse Internationale Grüne Woche über einen Auszeichnung freuen. Bereits zum zweiten Mal hatte die Messe Berlin auf der 1926 gestarteten Traditionsveranstaltung zu den „Start-up-Days“ geladen.

Auch wenn die Themen der Messe selbst deutlich breiter gefasst sind: Für den Wettbewerb waren junge Unternehmen gesucht, die neue Produkte aus dem Lebensmittelsegment entwickeln. Man wolle zeigen, „dass junge Unternehmen mit ihren oft unkonventionellen Ideen die Zukunft der Lebensmittelbranche aktiv mitgestalten können und müssen“, ließ sich der zuständige Projektleiter der Messe Berlin, Lars Jaeger, in einer Pressemeldung zitieren.

Das Interesse war groß: 50 Start-ups hatten sich nach Angaben des Messeveranstalters beworben, 19 von ihnen durften sich an zwei Tagen in Berlin vor einer Jury aus Branchenexperten präsentieren. Der erste Platz ging danach an Spoontainable: Die Stuttgarter Gründerinnen arbeiten an essbaren Eislöffeln aus Kakaofasern – umso auch das Plastikmüllproblem anzugehen. Die Ernährungswissenschaftlerinnen stecken mit ihrer Idee noch in einer ganz frühen Phase: Im Herbst haben sie 10.000 Euro durch ein Crowdfunding-Projekt eingesammelt.

Ringen um die Regalmeter

Den zweiten Platz sicherte sich das Start-up Hans aus Regensburg. Sie produzieren Riegel aus Hanfsamen und Honig, aktuell in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen, und vermarkten das Produkt als „Brainfood“. Platz drei ging an das Start-up De Cana. Die deutsch-kolumbianische Gründerin Anna Elisabeth Segovia lässt unraffinierten Zucker von Bauern in Südamerika produzieren.

Als Auszeichnung warteten für die Gewinner keine großen Geldpreise – neben der Präsentationsfläche auf der Messe selbst kommen mit der Platzierung jedoch auch Einladungen zu weiteren Kongressen sowie Beratungsgespräche mit Vertretern aus dem Einzelhandel. Gerade das kann in der Lebensmittelbranche jedoch entscheidend sein. Die Zahl der innovativen Lebensmittel und Getränke, hinter denen Start-ups stecken, ist groß – die Regalmeter der Supermärkte und Discounter jedoch äußerst begrenzt.

Nur so lassen sich jedoch wirklich hohe Verkaufszahlen erzielen. Ein direkter Vertrieb über die eigene Homepage ist oft lukrativer, aber braucht häufig einen langen Atem. Gerne nutzen die Start-ups daher die Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. In der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ treten so traditionell viele Food-Unternehmen auf. Vereinzelt haben Ketten wie Rewe oder Edeka zudem Plattformen eröffnet, auf denen sie nach passenden Ergänzungen für ihre normalen Produkte suchen.