Eine Studie untersucht die Werdegänge von fast 100 Gründern, die ihr Unternehmen verkauft haben. Bei den Studienfächern dominieren zwei Disziplinen.

Visionäre Verkaufstalente aus Vallendar: Die meisten deutschen Gründer, die seit Anfang 2018 ihr Start-up verkauft hatten, haben ihre Ausbildung an der privaten Wirtschaftshochschule WHU Otto Beisheim School of Management in der Nähe von Koblenz absolviert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Messe Startupnight (hier geht es zu den Zahlen). Die Macher haben sich die Lebensläufe von insgesamt 97 Gründern angeschaut, die an 53 Start-ups beteiligt waren.

11 der Digitalunternehmer (und damit 15 Prozent) hatten dabei ihre Hochschulausbildung an der WHU absolviert. Mit etwa 1300 Studierenden ist die Hochschule dabei ein vergleichsweiser kleiner Ausbildungsort – der Fokus auf Management und Unternehmertum ist allerdings groß. Unter den privaten Hochschulen liefert sich die WHU häufig einen Konkurrenzkampf mit der EBS in Oestrich-Winkel. Von hier stammen immerhin drei Gründer aus aktuellen Exits.

Erfolgreiche Unternehmer-Unis halten sich stabil

Auf Platz zwei landete die Technische Universität Berlin mit sieben Exit-Absolventen. Hier sorgte unter anderem der Verkauf des Software-Start-ups Data Artisan an den chinesischen Tech-Konzern Alibaba für den zweiten Platz in der Auswertung. Den dritten Platz teilen sich die Duale Hochschule Baden-Württemberg (auch hierher stammten Gründer von Data Artisan), die LMU München sowie die Uni Paderborn.

Bis auf kleinere Verschiebungen finden sich dabei ähnliche Unis wie im vergangenen Jahr auf der Liste der Exit-Absolventen. Die WHU führte unter anderem dank der Freeletics-Gründer das letztjährige Ranking an. Jetzt holten sich die Relayr-Gründer durch den Verkauf an die Munic Re den Platz auf der Liste. Das zeigt, dass sich die Netzwerkeffekte oft über viele Jahre aufbauen. Erfolgreiche Gründer und Manager werben Nachwuchs von der eigenen Hochschule an, der dann wiederum mit vielversprechenden Karrieren von sich reden macht. Viele Unis intensiveren ihre Bemühungen, die Verbindungen zu Absolventen zu halten.

Wenig Überraschungen bietet der akademische Hintergrund, den die Exit-Absolventen laut Auswertung der Startupnight vorweisen. 43 Prozent der studierten Gründer haben Wirtschaftswissenschaften studiert, etwa 20 Prozent IT. Diese Anteile entsprechen fast genau der generellen Verteilung unter Gründern, wie sie der Start-up-Monitor im vergangenen Jahr auswies. Hier hatten 41 Prozent der Unternehmer BWL oder verwandte Fächer studiert, 16 Prozent Informatik.