Das Treffen wechselt zwischen kurzen Vorträgen und Pausen, zwischen Präsentationen wie von den Gründern Below und Wehrs, von Investoren und von einem Comedian und kleinen Get-Togethers zwischen den Tagespunkten. Einige Gäste schunkeln zu „Superjeile Zick“, immer wieder rufen die Organisatoren nach ihren Ankündigungen „Jecke Gründer alaaf“, doch die Teilnehmer reden auch über Zahlen und das aktuelle Geschehen in der Kölner Start-up-Szene.

Dass es eine Start-up-Veranstaltung ist, machen die „Speaker“ mit ihrer Wortwahl klar, wenn sie von „Fundamentals“, „Costs“, „Hirings decisions“, „performen“ sprechen. Dass es aber auch ein Karnevalsevent ist, macht die Getränkewahl der Gäste – vor allem Kölsch – deutlich.

Wahrheit oder Pflicht statt Phrasen dreschen

Am besten gelingt der Spagat zwischen Spaßveranstaltung und Start-up-Treffen beim letzten Tagespunkt, dem Panel. Solche Runden sind gewöhnlich dafür da, damit große Namen allgemeine Phrasen dreschen dürfen und dafür Applaus bekommen. Doch nicht so in der Kölner Start-up-Szene. Statt eines allgemeinen Themas spielen die vier Podiumsgäste mit Moderator und Organisator Thomas Bachem „Wahrheit oder Pflicht“: Wer eine Frage nicht beantworten will, muss Kölsch trinken.

Der BVDS-Vorsitzende Florian Nöll, Organisator und Gründer Thomas Bachem, Comedian Ingmar Stadelmann sowie die beiden Mitorganisatoren Stefan Peukert und Benjamin Roos bei der ersten Karnevalssitzung für die Kölner Start-up-Szene.  Foto: Lisa Hegemann

Der BVDS-Vorsitzende Florian Nöll, Organisator und Gründer Thomas Bachem, Comedian Ingmar Stadelmann sowie die beiden Mitorganisatoren Stefan Peukert und Benjamin Roos bei der ersten Karnevalssitzung für Kölner Gründer.
Foto: Lisa Hegemann

Auf dem kleinen Tisch stehen fünf Kölschflaschen und fünf Stangen, die speziellen Kölner Biergläser. „Diplomatische Antworten bedeuten trinken“, sagt Teilnehmer Tim Schumacher, einst Gründer von Sedo und heute Business Angel, gleich am Anfang.

Und die Fragen der Panelgäste – neben Bachem und Schumacher gehören dazu Christian Miele, Oliver Thylmann und Thomas Grota – sind schonungslos. Etwa die Frage von Schumacher an Telekom-Mann Thomas Grota: „Stimmt es, dass Venture Capitalists in Start-ups weiblicher Gründer investieren, um an sie ranzukommen?“ Grota, verkleidet als Mitglied der US-Luftwaffe, zögert kurz, sagt dann, er habe keine weiblichen Gründerinnen, die er selbst betreue, die grundsätzliche Frage lässt er aber unbeantwortet.