Zu hohe Renditeerwartungen

Das Berliner Projekt Cucula hat 2014 via Crowdfunding 123 000 Euro eingesammelt – in der Werkstatt bauen Flüchtlinge Möbel nach Entwürfen des Designers Enzo Mari. Die Verkaufserlöse dienen dazu, Ausbildungsstipendien für Flüchtlinge zu finanzieren. Davon lebt die Initiative bislang, dazu kommen Stiftungsgelder und Privatspenden. Jetzt sollen langfristige Strukturen aufgebaut werden. „Wir suchen nach Partnern“, sagt Mitgründer Sebastian Däschle. Doch obwohl das Projekt gelobt werde, sei die Suche frustrierend. Es laufen Gespräche für eine Kooperation mit Möbelfirmen. Doch die Initiative will ihre Unabhängigkeit nicht verspielen.

„Die Substanz fehlt in Deutschland“, kritisiert Daniel Kerber. Er hat 2012 das Projekt „More Than Shelters“ ins Leben gerufen. Die kleine Firma berät in Fragen rund um Flüchtlingsunterkünfte. Zusammen mit dem skandinavischen Outdoor-Hersteller Nordisk produziert „More Than Shelters“ darüber hinaus wetterfeste Zelte für Notunterkünfte, die Flüchtlingen und ihren Helfern zumindest für eine gewisse Zeit eine Unterkunft bieten können.

„Das ist ein Nullsummenspiel“

Zu Beginn verließ sich Kerber auf Privatspenden, dann gab es ein Bürgschaftsdarlehen. Es reichte nicht: „Wir sind am Ende zur Sparkasse an der Ecke gegangen“, sagt er. Aktuell kann die Firma von ihren Umsätzen leben. Doch mehr ist nicht drin: „Wir würden sehr gern eine Wachstumsstrategie entwerfen“, sagt Kerber. Bislang fehlt die Geldquelle, um das anzuschieben. Vermeintlich soziale Investoren hätten häufig zu hohe Renditeerwartungen, kritisiert Kerber.

 Peggy Reuter-Heinrich in Dresden hat die Finanzierung der „Welcome App“ dank ihrer eigenen Firma im Rücken vorerst gesichert. „Das ist ein Nullsummenspiel“, sagt sie zwar. Zumindest wirft das Projekt aber schon soviel ab, dass sie Spenden an Projekte weitergeben kann, die ihrerseits Flüchtlingen helfen.