Die meisten seiner Gründer – das habe ihn seine Zeit als Investor inzwischen gelehrt – lägen meist weiter unter den gesteckten Zielen. „Für uns ist das vollkommen okay, sogar gewünscht, solange es nicht komplett aussichtslos wirkt“, sagt er. Wenn ein Start-up die Kennzahlen im Businessplan dann zum wiederholten Male nach oben anpasse und trotzdem wieder übertreffe, „dann hat man wahrscheinlich was wirklich Großes in der Hand“.

Änderungen um der Änderungen willen seien allerdings ein großer Fehler. „Man muss Lust haben auf Veränderung, aber nur wenn es sich lohnt“, gibt Attalah zu Bedenken. Wer schon beim kleinsten Gegenwind die Richtung ändere, werde dem Getöse des Marktes kaum widerstehen. Dennoch gelte: „Es macht auch keinen Sinn, mit aller Kraft nach Norden zu segeln, wenn ein kräftiger Wind nach Süden weht.“

Was falsche Zahlen bedeuten

Erfolgreiche Gründer sollten also stets bereits sein, ihre anfänglichen Hypothesen zu hinterfragen und gegebenenfalls neue zu entwickeln. Damit ändert sich auch der Businessplan und die Prioritäten für deren Umsetzung, wie Felix Stäritz in seinem derzeitigen Unternehmen schon mehrfach erfahren hat.

Nach mehreren Projekten im In- und Ausland arbeitet er inzwischen als Finanz- und Marketingchef für das Kölner Start-up Crowdfox, dem „fairen Online-Marktplatz, bei dem User durchschnittlich zehn Prozent im Vergleich zu Amazon und Co. sparen“, wie es das Unternehmen von sich selbst behauptet. Änderungen am Businessplan sind hier allgegenwärtig.

Etwa alle drei bis sechs Monate wird das Geschäftsmodell bei Crowdfox gründlich durchleuchtet: Passen die Zahlen noch? Wie hoch ist der Umsatz? Müssen wir unseren Vertrieb aufstocken?