Der IT-Anbieter legt trotz großer Konkurrenz stetig zu. Der Einstieg zweier Investoren soll bei der Expansion helfen – ein erstes Ziel könnte Skandinavien sein.

Amazon, Microsoft, Google: Die Konkurrenz auf dem Cloud-Markt ist intensiv – zahlreiche IT-Konzerne vermieten Speicherplatz und Rechenkraft in ihren enormen Rechenzentren. Das Kölner Start-up Gridscale glaubt trotzdem an seine Chancen als IT-Anbieter in diesen Feldern: „Der Markt ist extrem groß und wächst mit großer Geschwindigkeit. Er bietet also viel Platz für Anbieter, die sich auf einzelne Segmente spezialisieren“, sagt Mitgründer Henrik Hasenkamp. Das IT-Start-up, das seit drei Jahren am Markt ist und seit einiger Zeit profitabel arbeitet, erhöht jetzt das Wachstumstempo. Wie WirtschaftsWoche Gründer vorab erfuhr, stecken neue und bestehende Gesellschafter insgesamt sieben Millionen Euro in Gridscale.

Neu dabei sind zum einen der niederländische Risikokapitalgeber Endeit Capital, zum anderen der Investmentarm New Ventures des Energiekonzerns EnBW. Dessen Beteiligungen zielten darauf, in smarte Infrastruktur auch jenseits der Stromnetze zu investieren, sagt Hasenkamp. Zusätzlich stecken die bestehenden Gesellschafter, der regionale BLSW Seed- und Wachstumsfonds aus dem Bergischen Land sowie der halbstaatliche Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds, mehr Geld in Gridscale.

Server für Skandinavien

Mit dem Geld will das Start-up auch neue Märkte erobern. Im Moment konzentriert sich das Geschäft auf den deutschsprachigen Raum, bald könnte Skandinavien dazukommen. Die meiste Arbeit wird dabei weiter vom Hauptsitz erledigt: „99 Prozent der Abläufe in einem Rechenzentrum werden von unserer Technologie gesteuert“, sagt Hasenkamp. Das Start-up kooperiert mit Rechenzentrumsbetreibern und richtet dort die eigene Hard- und Software ein – neben zwei Standorten in Frankfurt könnte da demnächst ein Platz im Norden Europas dazukommen.

Wachsen will Gridscale vor allem durch die Kooperation mit sogenannten Systemintegratoren. Die stehen im direkten Kontakt mit Anwenderunternehmen und richten deren IT ein – nutzen dabei aber gegen eine Gebühr die Angebote von Gridscale. Als ein Unterscheidungsmerkmal setzt das Start-up auf eine möglich einfache und unkomplizierte Integration der Cloud-Dienstleistungen: Man wolle auch weiterhin dem Anwender Verantwortung abnehmen, beschreibt Hasenkamp die Strategie. Parallel soll sich das Team mit aktuell knapp 30 Mitarbeitern bis Jahresende verdoppeln.

Manche Kunden buchen zusätzliche Speicherplatz oder Rechenleistungen auch direkt über Gridscale. Meist geschieht das für einen längeren Zeitraum, Gridscale wurde jedoch auch schon genutzt, um extreme Lastspitzen abzudecken – etwa von Start-ups, die in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ zu sehen waren und während der Ausstrahlung zahlreiche Zugriffe auf ihre Webseite bewältigen mussten.