Das Berliner Start-up tritt nun unter dem Markennamen Omio auf – und plant eine Expansion nach Asien, Lateinamerika und in die USA.

Begonnen hat alles 2012 mit einer Metasuchmaschine für zwei Länder, seither hat GoEuro sich zu einer der führenden Reiseplattformen in Europa gemausert. Für aktuell 15 Länder können Nutzer dort Flug-, Bahn- und Busverbindungen miteinander vergleichen – und in vielen Fällen auch direkt buchen. Nach eigenen Angaben verzeichnet das Berliner Start-up monatlich mehr als 27 Millionen Nutzer.

Nun will das Unternehmen, das über 300 Mitarbeiter beschäftigt, weiter wachsen. Die Ambitionen gingen dabei weit über Europa hinaus, sagt GoEuro-Gründer Naren Shaam. „Ein weltweit funktionierendes Buchungssystem für Transportdienstleistungen in einem einzigen Dienst existiert noch nicht und wir wollen die Ersten sein, die ein Produkt dieser Art anbieten.“ Südamerika, Asien und die USA stünden ganz oben auf der Liste. Das Start-up will deswegen von nun an unter dem Markennamen Omio auftreten.

Geld für die Expansion dürfte vorhanden sein: Bei der letzten Finanzierungsrunde im Oktober hatte GoEuro 150 Millionen Dollar eingesammelt. Das Start-up wird deswegen als potenzielles „Einhorn“ gehandelt – Recherchen des Portals Deutsche Startups zufolge haben die Berliner eine Unternehmensbewertung von über einer Milliarde Dollar sogar schon erreicht. Auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer wollte GoEuro das weder bestätigen noch dementieren.

Kooperationen mit Tansportanbietern

Unklar ist auch, ob GoEuro mit seinem Geschäft aktuell profitabel ist. „Wir sind klar auf Unternehmenswachstum fokussiert“, heißt es dazu vom Start-up nur. Geld verdient das Unternehmen über Provisionen bei Ticketverkäufen. Nach eigenen Angaben arbeitet das Unternehmen mit mehr als 800 Transportanbietern und Partnern zusammen – was aber nicht bedeutet, dass alle für die Vermittlungsarbeit bezahlen. Nach der Suche vermittelt GoEuro zudem Nutzer an Hotelbuchungsportale wie Booking.com.

Wie schnell der Dienst außerhalb Europas verfügbar ist, bleibt abzuwarten. GoEuro weist gegenüber WirtschaftsWoche Gründer darauf hin, dass der Start in einem neuem Markt viel Zeit erfordert. „Das hat vor allem mit der Struktur der staatlichen Transportanbieter und dem technischen Stand der Industrie zu tun“, schreibt das Unternehmen, das derzeit mit Büros auch in Karlsruhe, Peking, Prag und London vertreten ist.