Mit staatlicher Unterstützung dürfen sich die jungen Unternehmen auf dem US-Markt ausprobieren. Die meisten Gründer starten dabei aus der deutschen Hauptstadt.

Ein Roadtrip der besonderen Art erwartet zwölf deutsche Start-ups ab Juli: Sie dürfen drei Monate in New York oder dem Silicon Valley verbringen und von dort aus Investoren, Kunden und Partner in dem wichtigen Markt abklappern.

Jetzt verkündete der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte German Accelerator die nächste Gruppe an Start-ups, die den Sommer und Herbst in den Vereinigten Staaten verbringen werden. Die Liste der ausgewählten Jungunternehmen lag WirtschaftsWoche Gründer vorab vor.

Seit 2012 existiert das Accelerator-Programm bereits in dieser Form. Gestartet hatte die Initiative mit dem Silicon Valley, nach und nach kamen auch New York und dann Boston dazu – hier stehen vor allem Medizin- und Pharma-Start-ups im Fokus. Im vergangenen Jahr blickte das Programm dann auch nach Osten: Von Singapur aus können sich Start-ups in die asiatischen Märkte vortasten. Mehr als 220 deutsche Start-ups nahmen bereits an den Programmen teil.

Vor Ort erhalten die Start-ups Büroräume und eine Einführung in die bestehenden Netzwerke des Accelerators. Je nach Geschäftsmodell und Businessplan sind die individuellen Ziele der ausgewählten Start-ups sehr unterschiedlich: Manche wollen schon in der Gründungsphase in den USA vorfühlen, andere steigen mit einem ausgereiften Geschäftsmodell und hohen Investitionssummen in den Flieger. Die meisten Gründer starten dabei aus Berlin: Sechs der zwölf ausgewählten Unternehmen haben ihren Hauptsitz in der Hauptstadt, je zwei kommen aus München und Hamburg.

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Advanced Blockchain (Berlin): Das Start-up baut Blockchain-Lösungen für eine ganze Reihe von Unternehmen auf. Im Fokus stehen unter anderem die Automobilbranche und der Maschinenbau.

Building Radar (München): Das Start-up versorgt seine Kunden mit Informationen über neue Bauprojekte – so dass die sich früh an möglichen Ausschreibungen beteiligen können. Das Team hat bereits Accelerator-Erfahrung.

Emmacc (München): Über 700 Energiehändler treffen auf der Plattform auf fast 200 Energieunternehmen. Das Start-up will den Kauf und Verkauf Energieprodukten vereinfachen.

Eventinc (Hamburg): Das junge Unternehmen hilft Firmen und Verbrauchern dabei, den passenden Veranstaltungsort zu finden. Neben Angeboten von „Sylt bis Bottrop“ (laut Homepage) sollen nun auch Ziele in den USA dazu kommen.

GotPhoto (Berlin): Das Start-up digitalisiert den Verkauf und Vertrieb von Schulfotos. In Europa sieht sich das Unternehmen bereits als Marktführer, in den USA rechnet sich GotPhoto große Marktchancen aus.

Keyx (Leipzig): Das Unternehmen bietet Shopbetreibern Hilfe dabei an, ihre E-Commerce-Strategie nach vorne zu bringen.

Kitchen Advisor (Hamburg): Der Name ist Programm: Orientierung beim Küchenkauf will das Start-up bieten. Dafür vermittelt es zwischen Verbrauchern und Küchenstudios.

Lumis.ai (Berlin): Das Start-up wendet sich an Veranstalter. Mit der Softwarelösungen sollen die einfacher Tickets zu ihren Events verkaufen können.

Medbelle (Berlin): Als „digitales Krankenhaus“ will das Start-up eine Plattform für medizinische Verfahren aufbauen. Trotz Sitz in Deutschland stehen dabei englischsprachige Märkte erst einmal im Fokus – der US-Aufenthalt passt in diese Strategie.

QuoScient (Frankfurt): Die Softwarefirma hat sich der Cyber-Sicherheit verschrieben. Als Plattform will man Unternehmen vor Angreifern aus dem Netz absichern.

Raisin (Berlin): Das Zinsportal sticht aus der Gruppe heraus: Das Start-up hat in diesem Jahr bereits eine Finanzierungsrunde über 100 Millionen Euro abgeschlossen und eine Bank übernommen. Jetzt nimmt das Unternehmen auch den amerikanischen Markt ins Visier.

Solar Outdoor Media (Berlin): Das Start-up entwickelt Smart-City-Lösungen. New York könnte für E-Moblitltäts-Konzepte aus Deutschland empfänglich sein.