Das Angebot richtet sich an Gründer, Selbstständige und Freiberufler. Das Segment besetzen bisher Start-ups wie Penta, Kontist und Holvi.

Ohne Ankündigung hat die Deutsche Bank am Montag eine neue Digitalbank gestartet. Offenbar will das Institut mit dem Fyrst getauften Angebot Fintechs die Stirn bieten, die Gründer, Selbständige und Freiberufler umwerben. Die Idee sei „als großes Institut im stärker werdenden Wettbewerb mit kleineren Anbietern für diese potenziell digitalaffine Zielgruppe attraktiv zu sein“, sagte ein Sprecher auf Anfrage des Handelsblatts. Die Wirtschaftszeitung berichtete gestern Abend über Fyrst.

Laut Internetseite ist Fyrst ein Angebot der Privat- und Firmenkundenbank der Deutschen Bank, die wiederum ein Geschäftsbereich der übernommenen Postbank ist. Genutzt wird auch deren Infrastruktur. Statt blau oder gelb hat man bei Fyrst aber ein Mintgrün als Marken-Farbe gewählt, auch das Logo erinnert nicht an die Großbank. Das Konto ist in der Basisversion kostenlos, allerdings wird bei jedem sogenannten Buchungsposten – also Veränderungen des Kontosaldos etwa durch Überweisungen – eine Gebühr fällig. In der Variante mit Monatsgebühr sind 50 Buchungsposten kostenlos.

Verzahnung mit der Buchhaltung

Zunächst ist das Angebot vor allem für Selbständige und Einzelunternehmer gedacht. Die Zielgruppe entspricht damit der von Kontist. Das Berliner Start-up war 2017 gestartet und hat im Oktober die Haufe Gruppe als Investor gewonnen. Seither lässt sich das Digitalkonto eng mit der Buchhaltungssoftware Lexoffice von Haufe-Lexware verzahnen, Schnittstellen gibt es aber auch zu anderen Softwareanbietern. Die Deutsche Bank folgt dem Vorbild und kooperiert bei Fyrst mit der Buchhaltungssoftware sevDesk.

Mittelfristig könnte Fyrst auch Penta gefährlich werden. Das Start-up hatte ebenfalls 2017 ein digitales Geschäftskonto gestartet, das sich vorwiegend an kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern richtet. Im April war das Start-up von der Fintech-Schmiede Finleap übernommen worden. Während Kontist keine Kundenzahlen nennt, gibt Penta an, „Antrieb für mehr als 6000 Unternehmen“ zu sein. Ein weiterer Wettbewerber ist das finnische Fintech Holvi, das seit 2016 zur spanischen Bank BBVA gehört. Geschäftskonten bietet zudem die Smartphonebank N26 an.