Für Arbeitnehmer in Franchisebetrieben ist es übrigens ebenfalls schwierig, ihre Mitbestimmung auszuüben. Zu viel ist vorgeschrieben, so schwierig die Vernetzung von Betriebsräten verschiedener Franchisenehmer.

Wer sich als Franchisenehmer selbstständig macht,  ist auch in kritischen Situationen oft wenig handlungsfähig. Wenn sich das Mutterunternehmen oder ein anderer Franchisenehmer unethisch verhält, fällt dies automatisch auf alle Filialen zurück. So etwa jüngst bei Wonderwaffel, als in einer Düsseldorfer Franchisefiliale Mitarbeiter ein Lied der als terroristisch eingestuften verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gehört haben sollen.

Wenn die Muttermarke insolvent geht

Noch schlimmer ist es, wenn die Muttermarke insolvent wird, wie Ende vergangenen Jahres der Frozen-Yoghurt-Anbieter Wonderpot. „Das ist ein richtig großes Problem“, meint Insolvenzverwalter Neu. Franchisenehmer könnten zwar mit dem Insolvenzverwalter über die Markenrechte verhandeln, aber selbst wenn das klappt, sei mit einer gescheiterten Marke weiterzumachen wenig erfolgsversprechend.

Fazit: Franchising ist kein Selbstläufer. Wer sich einerseits als Unternehmerpersönlichkeit sieht (statt als Angestellter), aber andererseits nicht allzu kreativ tätig sein möchte, kann es durch das Nachmach-Gründen weit bringen. Aber verlässliche Zahlen und Analysen  zur Frage, ob Franchisenehmer mittel- und langfristig erfolgreicher sind als andere Gründer gibt es leider nicht. Fest steht nur: Franchisesysteme können nicht über einen Kamm geschoren werden. „Für eine Existenzgründung als Franchisepartner ist der Erfolg daher ganz sicher nicht vorprogrammiert“, konstatieren die Forscher vom Münsteraner Centrum für Franchising & Cooperation.