Das aus „Die Höhle der Löwen“ bekannte Start-up gehörte seit 2016 zum Werberiesen Ströer, nun übernimmt der Abobox-Spezialist Metacrew.

Von handgemachter Pasta über Popcorn mit Barbecue-Geschmack bis hin zu Craft Beer: Mit seinem Abo für Essensboxen zielt Foodist auf Feinschmecker, die gerne etwas Neues ausprobieren. Bekannt geworden war das Hamburger Start-up durch einen Auftritt in der Vox-Show „Die Höhle die Löwen“ 2014. Eigenen Angaben zufolge zählt das Unternehmen 150.000 aktive Kunden und macht einen achtstelligen Jahresumsatz.

Nun hat Foodist einen neuen Besitzer: Das E-Commerce-Unternehmen Metacrew übernimmt die Anteile von Ströer. Der Kölner Werbekonzern hatte vor drei Jahren Foodist übernommen – und zahlte dafür Schätzungen zufolge 3,5 Millionen Euro. Metacrew nannte nun keinen Kaufpreis. Das in Berlin und Osnabrück ansässige Familienunternehmen hat sich auf Abo-Boxen mit verschiedenen Produkten spezialisiert – und kooperiert dabei oft mit bekannten Marken. So gibt etwa Boxen die Gruner+Jahr-Zeitschriften „Brigitte“ und „Barbara“, außerdem für „Bild am Sonntag“. Auch der „Lindt Chocoladen Club“ geht auf Metacrew zurück.

Beliebte Abodienste

Gegründet 2008, beschäftigt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über 110 Mitarbeiter und setzt rund 20 Millionen Euro im Jahr um. Mit der Übernahme peilt Metacrew den doppelten Umsatz an. „Foodist mit Alexander Djordjevic und seinem leidenschaftlichen Team ist eine ideale Ergänzung, um unsere Wachstumsziele mit Begeisterung und Engagement zu erreichen“, sagt Metacrew-CEO Tobias Eismann.

Abodienste erfreuen sich im E-Commerce seit Jahren wachsender Beliebtheit. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey aus dem vergangenen Jahr werden – Amazon Prime außer Acht gelassen – weltweit etwa zehn Milliarden Dollar jährlich umgesetzt. Das Angebot reicht von Rasierklingen über Socken und Hundefutter bis zu Kinderzahnbürsten. Zahlreiche Start-ups mischen mit.

Doch so lukrativ das Geschäftsmodell erscheint, so anspruchsvoll ist es auch. Denn oft sind die Marketingkosten hoch; nur wenn Kunden lange bei der Stange bleiben kommt das Geld wieder rein. Gescheitert ist etwa der Hellofresh-Konkurrent Kochzauber. Das Berliner Start-up, das Boxen mit portionierten Zutaten und Rezepten verschickte, war 2015 in die Insolvenz geschlittert – und wurde von Lidl übernommen. Kürzlich hat der Discounter den Dienst ganz eingestellt.