Krämer und Özel versuchen, den optischen Ekel-Reiz bei ihrem Buxburger von vorne herein zu umgehen: „Uns war es wichtig, dass man die Würmer im Endprodukt nicht mehr sieht“, erläutert Krämer. Deshalb werden die Würmer vor der Verarbeitung geröstet und gemahlen. Zu dem Pulver kommen noch einige weitere geheime Zutaten, und fertig ist die Burgermasse. Geformt und gebraten werden die sogenannten „Patties“ im Restaurant vor Ort in Brüssel.

„Ursprünglich wollten wir natürlich als erstes in Deutschland auf den Markt“, sagt Özel. Aber ein Produkt aus gemahlenen Insekten in Deutschland zu verkaufen ist praktisch nicht möglich. Was verzehrt werden darf und was nicht ist durch die Novel-Food-Verordnung der Europäischen Union genau geregelt. Das Regelwerk stammt von 1997 – und erwähnt Insekten mit keinem Wort. Sie waren zu diesem Zeitpunkt in Europa als Nahrungsmittel nicht verbreitet. Die Gesetzeslücke interpretieren die Mitgliedsländer der EU unterschiedlich. Belgien und die Niederlande erlauben Aufzucht, Verarbeitung und Verzehr von Insekten, Deutschland nicht.

Auch deshalb sind essbare Insekten bisher noch recht teuer. In den Onlineshops von Folke Dammann und Marc Ditschke kostet eine kleine Portion Buffalo-Würmer 9,99 Euro. Für die gleiche Menge Heuschrecken bezahlt man etwa das doppelte, weil sie in der Aufzucht anspruchsvoller sind. Solche Preise schrecken viele potentielle Konsumenten ab. Auf der Facebook-Seite von „Beste Insekten“ schreibt ein Nutzer: „Würde es gerne mal probieren, aber die Preise sind viel zu überteuert. Als gute Eiweißquelle sinnvoll aber nicht für den Preis.“ Doch der wird sich wohl erst ändern, wenn die Food-Verordnung der EU geändert wird und „Insekten im industriellen Maßstab gezüchtet werden können“, meint Folke Dammann.

Die ganze Branche wartet auf einheitliche Gesetze aus Brüssel – auch Baris Özel und Max Krämer. Vorerst verkaufen sie ihre Buxburger nur in zwei Restaurants in Belgien. „Mittlerweile sehen wir darin sogar einen Vorteil“, sagt Özel. So könne man das Produkt auf einem kleinen Markt testen und weiterentwickeln. Wenn die Food-Verordnung geändert wird – und es sieht so aus, als könnte das im nächsten halben Jahr passieren – „dann gehen wir in ganz Europa an den Start. Das lässt sich super hochskalieren“, sagt Max Krämer.