Das Start-up hilft Firmen, mit Checklisten ihre Qualität zu kontrollieren. Mit dem Tüv Süd und Büfa steigen jetzt Unternehmen aus verwandten Branchen ein.

Fünf Buchstaben, eine Herausforderung: Die EU-Verordnung HACCP sorgt bei vielen Gastronomen oder Lebensmittelhändlern für viel Arbeit. Hinter ihr verbirgt sich eine detaillierte Kontrollliste für den Umgang mit Lebensmitteln. Das Start-up Flowtify hat dafür eine App entwickelt, mit der Mitarbeiter digital abhaken können, ob Auslagen gereinigt wurden oder welche Temperatur im Kühlschrank herrscht.

Jetzt hat das junge Unternehmen eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Neu mit dabei sind der weltweit tätige Prüfkonzern Tüv Süd sowie  Jetzt beteiligt sich der weltweit tätige Prüfkonzern Tüv Süd, das Oldenburger Chemieunternehmen Büfa sowie ein privater Investore. Die Höhe des neu eingeworbenen Kapitals wurde nicht kommuniziert.

Insbesondere die Tüv-Tochter Food Safety Institute bringt dabei ein strategisches Interesse mit: Parallel zur bestehenden App arbeitet Flowtify aktuell an einer Audit-App, mit der die Qualität geprüft und dokumentiert werden könnte. Büfa und ein Business Angel. Die Tüv-Kunden hätten sich „ausdrücklich ein digitales Instrument für solche Audits gewünscht“, sagt Thorsten Steinhübel, Geschäftsführer des Tüv Süd Food Safety Institutes.

Nach und nach könnte die Anwendung dabei auch in anderen Prüfgebieten zum Einsatz kommen. Flowtify nennt aktuell Real- oder Metro-Warenhäuser, die Restaurant-Kette Marché International oder den Europa-Park als Kunden.

Hilfestellung für die Hygiene-Aufgaben

Man erwarte zudem, „dass sich der Schwerpunkt von der reinen Auditierung auf die Fernüberwachung, Systemüberwachung und -verwaltung verlagern wird“, sagt Steinhübel. Hierfür könnten in Zukunft auch weitere Kontroll- oder Sensordaten von vernetzten Geräten in die Anwendung integriert werden, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Zudem will die Flowtify-App die Gastronomie-Mitarbeiter durch Videos oder Fotos genauer anleiten, wie Reinigungen oder Kontrollen in Eingang mit den Vorschriften durchgeführt werden müssen.

Gegründet wurde das Start-up von einem dreiköpfigen Team aus Gastronom, Softwareentwickler und Projektmanager. Heute ist Flowtify mit Sitz in Köln auf zehn Mitarbeiter angewachsen. Kurz nach der Gründung qualifzierte sich das junge Unternehmen für den Accelerator des Handelskonzerns Metro.  Für einen mittleren sechsstelligen Betrag war Ende November 2016 der halbstaatliche Frühphasenfinanzierer High-Tech Gründerfonds eingestiegen, der in der aktuellen Finanzierungsrunde mit investiert. Auch der Risikokapitalgeber Companion Capital gehört zu den Gesellschaftern.

Mit der richtigen Anwendung oder Kontrolle von Hygienemaßnahmen – insbesondere im medizinischen Kontext – beschäftigen sich auch einige andere Start-ups in Deutschland. GWA Hygiene aus Stralsund arbeitet an der besseren Verbreitung von Desinfektionsmitteln in Krankenhäusern. Daisygrip präsentierte im vergangenen Jahr in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ einen Stauschlauch, der die Hygiene bei der Blutabnahme verbessern soll. Und Heyfair setzt auf kurzzeitig sichtbares Desinfektionsmittel.